Berlin. Die gestiegenen Zinsen bremsen den Wohnungsbau - das zeigt sich auch in der Bilanz des Ostdeutschen Sparkassenverbands für das vergangene Jahr.

Mehr Handel mit Wertpapieren, dafür deutlich weniger neue Kredite - so lässt sich die Bilanz für 2023 der Sparkassen in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zusammenfassen. Die Sparkassen vergaben fast 40 Prozent weniger neue Wohnungsbaukredite als 2022. Gleichzeitig wurden deutlich mehr Wertpapiere gekauft und verkauft, wie der Verband am Dienstag mitteilte. Die Entwicklung dürfte vor allem mit den gestiegenen Zinsen zusammenhängen, die Bauprojekte unattraktiver machen. Viele Kunden legen ihr Geld stattdessen an.

Laut OSV-Bilanz sagten die 43 Sparkassen in den vier Ländern rund 10 Milliarden Euro an Darlehen zu - das waren 30,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Davon gingen 3,94 Milliarden Euro an Privatpersonen (-36,3 Prozent). Als Wohnungsbaukredite wurden 4,69 Milliarden Euro vergeben (-39,2 Prozent).

Bei den Wertpapierankäufen verzeichneten die Sparkassen des OSV ein Plus von 27,5 Prozent, bei den -verkäufen ein Plus von 35,6 Prozent. Insgesamt lagen die Umsätze mit Kundenwertpapieren bei 12,85 Milliarden Euro.

Die Entwicklung ähnelte sich in den vier Bundesländern. Lediglich bei den Wertpapierankäufen fällt Brandenburg mit einem nur geringen Plus von 8,3 Prozent auf.

Die Thüringer Sparkassen sind gemeinsam mit hessischen Instituten in einem Verband vertreten. In Berlin gibt es einen eigenen Verband.