Penkun/Strasburg. Es fehlt an jungen Landärzten. Ausnahmen sind zwei Hausärztinnen in Südvorpommern. Trotz Belastung werben sie für ihren Job. Dazu gehören ein enges Patientenverhältnis und vieles jenseits der Medizin.

Nach Aussage der Penkuner Landärztin Anne Becker gehören zu ihrem Job auch eher ungewöhnliche Tätigkeiten für eine Hausärztin. Die 36-Jährige nehme bei Hausbesuchen auch schon mal Gardinen ab, weil sie ansonsten Angst habe, dass ältere Patienten von der Leiter fallen, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Und wenn der Dackel Durchfall hat, dann behandeln wir das eben auch mal schnell. Hauptsache, der Oma geht es wieder gut.“

Zu ihren Patienten zählen ihr zufolge nach Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern, auch Brandenburg oder Polen. „Unser Einzugsbereich ist sehr groß.“ Sie hat ihre Praxis 2021 eröffnet, ihre 35 Jahre alte Strasburger Kollegin Anke Litzenberger 2023. Sie sind Ausnahmen. Gerade ländliche Regionen haben auf absehbare Zeit ein Nachwuchsproblem bei Hausärzten. Beide schätzten das Vertrauen und die Dankbarkeit der Patienten auf dem Land. In der Stadt sei das anders. Becker und Litzenberger nehmen am Projekt „Landpartie Medizin“ teil, mit dem der Landkreis Vorpommern-Greifswald Nachwuchsmediziner für die Arbeit auf dem Land begeistern will.