Mecklenburgische Seenplatte

Mordprozess gegen junge Männer wegen Krankheit verschoben

Eine Ausgabe der Strafprozessordnung liegt in einem Gerichtssaal.

Eine Ausgabe der Strafprozessordnung liegt in einem Gerichtssaal.

Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Neubrandenburg (dpa/mv). Der Prozess wegen gemeinschaftlichen Mordes gegen zwei junge Männer am Landgericht Neubrandenburg verzögert sich. Wie ein Gerichtssprecher sagte, musste die Verhandlung am Dienstag wegen einer Erkrankung eines Verteidigers kurzfristig abgesagt werden. Nun soll das Verfahren am 29. September oder am 11. Oktober fortgesetzt werden. Ursprünglich wollte die Kammer die Beweisaufnahme beenden und die Plädoyers von Anklage, Verteidigung und Nebenklage hören.

Angeklagt sind ein 19 Jahre alter Iraner und einen 17-Jähriger aus Afghanistan. Sie sollen am 7. Februar 2022 einen 30-Jährigen aus Afghanistan in Neubrandenburg so schwer misshandelt haben, dass dieser elf Tage später starb. Anlass für die Gewaltattacke war laut Staatsanwaltschaft, dass der 30-Jährige eine Freundin des 19-Jährigen als «Schlampe» und «Hure» bezeichnet haben soll.

Das sei als «Ehrverletzung» gewertet und der 30-Jährige brutal - unter anderem mit Fußtritten am Kopf - attackiert worden. Die Angeklagten waren geflohen, aber von Zeugen am Tatort gesehen und in der Nähe gefasst worden. Im Prozess haben die Angeklagten, die von Zeugen wiedererkannt wurden, bisher keine Angaben gemacht.