Krieg

Neuer Vorsitzender von Russland-Verein wieder zurückgetreten

Schwerin (dpa/mv). Knapp eine Woche nach seiner Wahl zum neuen Vorsitzenden des Vereins Deutsch-Russische Partnerschaft ist der Grimmener Rechtsanwalt und SPD-Politiker Mario Bauch wieder zurückgetreten. Er hatte Russland-Sanktionen kritisiert und war daraufhin vom Generalsekretär der SPD Mecklenburg-Vorpommern, Julian Barlen, zum Rücktritt aufgefordert worden. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Bauch erklärte auf seiner Facebook-Seite zu seinem Rücktritt: «Die Gründe liegen in dem medialen Shitstorm, der sofort begonnen hat, ohne dass ich ein Statement überhaupt zu bestimmten Themen angegeben hatte oder befragt worden bin.» Unter anderem der NDR habe Zitate von seiner Wahlkampf-Homepage gebracht und es so dargestellt, als ob diese noch aktuell wären. Sie stammten Bauch zufolge jedoch von Mitte 2021. Der Westen hatte nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland 2014 erste Sanktionen verhängt. Nach dem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 folgten weitere. Inzwischen ist die Internetseite von Bauch nicht mehr aufrufbar.

Der Verein Deutsch-Russische Partnerschaft war auf Initiative von Ex-Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gegründet worden und hatte Geld unter anderem vom Gaspipeline-Betreiber Nord Stream 2 erhalten. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine wurde die Arbeit auf Eis gelegt. Bis zur Wahl von Bauch am Freitag vergangener Woche war Sellering Vorsitzender des Vereins.