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Prozess um vermeintliche Bio-Schweine: Millionen-Schaden

dpa
Schweine stehen in einem Stall.

Schweine stehen in einem Stall.

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Schwerin. Mit dem Verkauf konventionell aufgezogener Tiere als Bio-Schweine soll ein Mann aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald seine Kunden um gut eine Million Euro geprellt haben. Jetzt muss sich der 40-Jährige vor dem Landgericht Schwerin wegen gewerbsmäßigen Betrugs verantworten. Der Prozess beginnt am 30. August, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte.

Der Angeklagte soll zwischen Mai 2011 und August 2013 genau 8554 konventionell aufgezogene, schlachtreife Schweine gekauft und sie als Bio-Schweine an verschiedene Abnehmer weiterverkauft haben. In dieser Zeit sei er Geschäftsführer des väterlichen Landwirtschaftsbetriebs gewesen, der sich unter anderem mit der Aufzucht von Bio-Schweinen beschäftigte. Die Idee soll laut Anklage der Vater gehabt haben, Hintergrund sollen finanzielle Engpässe gewesen sein. Die Anklage geht laut Gerichtssprecher von einem täuschungs- und irrtumsbedingten Schaden zu Lasten der Käufer von 1 078 321,20 Euro aus.

In einem ähnlichen Fall war im April ein Landwirt aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim wegen schweren Betruges, Urkundenfälschung und Subventionsbetrugs vom Landgericht Schwerin zu zwei Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der 60 Jahre alte Angeklagte hatte gestanden, zwischen 2008 und 2015 in 109 Fällen Schweine als Bio-Ware verkauft zu haben, obwohl er immer wieder konventionelles Futter verfüttert hatte. Durch den Verkauf von rund 6500 Schweinen erzielte er damit knapp 900 000 Euro mehr Einnahmen, als es ihm mit vergleichbaren konventionellen Schweinen möglich gewesen wäre, urteilte das Gericht.

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