Gesundheit

Universitätsklinik Rostock ruft dringend zu Blutspenden auf

dpa
Blut läuft während einer Blutspende vom Arm einer Spenderin durch eine Nadel in einen Beutel.

Blut läuft während einer Blutspende vom Arm einer Spenderin durch eine Nadel in einen Beutel.

Foto: dpa

Spenderblut und daraus gewonnene Blutprodukte sind für die Patientenversorgung in Kliniken unumgänglich. Die seit Monaten beklagte Knappheit wird bedrohlich.

Rostock. "Es ist jeden Tag sehr grenzwertig." Mit einem dramatischen Appell hat sich die Universitätsmedizin Rostock mit der Bitte um Blutspenden an die Bevölkerung gewandt. "Jeden Tag müssen Operationen zurückgestellt werden, um den Bedarf anzupassen. Wovon wir gar nicht reden wollen, dass wir einen Massenunfall auf der Autobahn haben", sagte Chefoperateur Clemens Schafmayer. Er machte am Donnerstag mit einem öffentlichen Blutspenden gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Klinik, Christian Schmidt, und dem Chef der Intensivmedizin, Daniel Reuter, auf das akute Defizit bei der Versorgung mit Blut und Blutprodukten aufmerksam.

Die Corona-Krise habe die für einen Sommer normale Blutknappheit maximal verschärft, sagte Schafmayer. Termine seien ausgefallen, weil etwa bei Firmenterminen die potenziellen Spender im Homeoffice waren. Eine Corona-Impfung sei kein Problem. Wenn man sich gut fühle, könne gespendet werden

Bei schweren Operationen beispielsweise bei Lebertransplantationen oder bei Schwerverletzten nach Unfällen könne es sein, dass 10 oder 20 Blutkonserven verbraucht werden. Da könne es aber passieren, dass damit das Depot verbraucht werde, das der Unimedizin für ein ganzes Wochenende zur Verfügung steht. "Wir überlegen uns bei jeder größeren Operation, ob wir das verantworten können", sagte Schafmayer.

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( dpa )