Wirtschaftspolitik

Risikokapital als Starthilfe für innovative Jungunternehmen

Harry Glawe (CDU), Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit von Mecklenburg-Vorpommern.

Harry Glawe (CDU), Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit von Mecklenburg-Vorpommern.

Foto: dpa

Von der Idee bis zum marktreifen Produkt ist es mitunter ein langer Weg. Oft drohen Firmengründer an mangelnder Finanzausstattung zu scheitern. Staatlich finanzierte Beteiligungsfonds sollen dies verhindern.

Schwerin/WismarM/Peplow. Geld aus Risikokapitalfonds der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBMV) haben auch Firmen der Gesundheitsbranche Mecklenburg-Vorpommerns den Start erleichtert. So erhielt die in Wismar ansässige Varicula Biotec GmbH eine stille Beteiligung über 400 000 Euro. Wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstag im Rahmen einer Informationstour durch geförderte Unternehmen mitteilte, flossen 200 000 Euro ins Marketing und 200 000 Euro in technologische Neuerungen. Varicula entwickelt und produziert Therapeutika zur Stärkung des Immunsystems.

"Über die Beteiligungsfonds können junge Unternehmen mögliche Finanzierungshürden überwinden, um zeitnah intensive Forschung und Entwicklung oder digitale Geschäftsmodelle voranzutreiben", erklärte Glawe. Neben Varicula in Wismar besuchte er auch die Diaspective Vision GmbH in Pepelow (Landkreis Rostock), die Kamerasysteme zur Gewebe- und Wunddiagnostik entwickelt. Letzte Station war die SkenData GmbH in Rostock. Der IT-Dienstleister bietet Systeme zur Ermittlung von Wiederherstellungs- und Versicherungswerten von Gebäuden. In beide Unternehmen floss Beteiligungskapital von jeweils 500 000 Euro.

In den zurückliegenden fünf Jahren haben laut Ministerium etwa 40 technologieorientierte Jungunternehmen Geld aus den beiden Risikokapitalfonds als Starthilfe erhalten. Drei dieser Beteiligungen seien weit vor Ablauf der maximal auf 12,5 Jahre begrenzten Frist abgelöst worden, weil die Gründerideen private Geldgeber überzeugten, hieß es.

Der 2015 aufgelegte Fonds "MBMV inno-START" war mit gut 12 Millionen Euro ausgestattet worden. Das Land steuerte dabei etwa 10,5 Millionen Euro aus EU-Töpfen bei, den Rest die 1993 gegründete private Selbsthilfeeinrichtung der Wirtschaft, MBMV. Da das Geld schon 2018 vollständig ausgereicht gewesen sei, wurde "MBMV innoSTARTup" als Nachfolge-Fonds aufgelegt und mit 15 Millionen Euro ausgestattet.

Die damit möglichen Beteiligungen sollen die Kapitalausstattung kleiner Unternehmen und von Existenzgründern stärken und so den Zugang zu Fremdkapital für Forschung, Entwicklung und Markterkundung erleichtern. Nach Überzeugung Glawes ist Mecklenburg-Vorpommern ein attraktiver Standort für technologieorientierte Unternehmen. Mit Hilfe der Beteiligungen werde die Innovationsfreude gesteigert.