Gesundheit

MV prüft Zaunbau zum Schutz vor Afrikanischer Schweinepest

Ein Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest steht nahe dem Grenzfluss Neiße.

Ein Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest steht nahe dem Grenzfluss Neiße.

Foto: dpa

Mecklenburg-Vorpommern prüft, ob zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest eine Barriere zu Polen gebaut werden sollte. Keinesfalls soll ein stabiler Zaun errichtet werden.

Schwerin. Angesichts der Afrikanischen Schweinepest in Westpolen prüft das Agrarministerium Mecklenburg-Vorpommerns weitere Schutzmaßnahmen. Ob wie in Sachsen ein Zaun entlang der Grenze zu Polen gebaut werden sollte, werde noch geprüft, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag in Schwerin. Zuvor hatten verschiedene Medien über die Thematik berichtet. Der für Menschen harmlose Erreger führt bei Infektionen von Wild- oder Hausschweinen zum Tod.

In Sachsen errichtet das Technische Hilfswerk einen 128 Kilometer langen Elektrozaun aus Barrierenetzen entlang der gesamten Grenze zu Polen. Die Kosten von 250 000 Euro trägt der Freistaat nach eigenen Angaben selbst. In Brandenburg sind auf Oderdeichen ebenfalls entlang der Grenze Schutzzäune aufgestellt worden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte im Januar gemeinsam mit Polen Zaunbauten beiderseits der Grenze in Erwägung gezogen.

Backhaus erklärte, die Abstimmungen der Bundesbehörden mit den polnischen Behörden zur Seuchenbekämpfung abwarten zu wollen. Denkbar wären temporäre Wildschutzbarrieren an der Grenze zu Polen. Diese ist rund 80 Kilometer lang. Keinesfalls solle - wie von dänischer Seite an der deutschen Grenze - ein stabiler Zaun errichtet werden.

Das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems bei Greifswald verwies darauf, dass die Gefahr der Übertragung der Afrikanischen Schweinepest durch Menschen größer ist als die von Schwein zu Schwein. Die Barrieren könnten aber sinnvoll sein, wenn Schweine etwa durch die Jagd aufgescheucht werden und dabei als gute Schwimmer auch einen Fluss wie die Oder überqueren.

Des weiteren hat Mecklenburg-Vorpommern laut Ministerium weiteres Zaunmaterial angeschafft, um im Seuchenfall einen Ausbruchsherd eingrenzen zu können. Insgesamt seien jetzt 110 Kilometer Elektrozaun eingelagert. Weitere Maßnahmen sind demnach die verstärkte Bejagung von Schwarzwild, die Suche nach toten Wildschweinen und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften in den Agrarbetrieben. Auch die Komplettierung der Wildschutzzäune entlang der Autobahn 11 an der Grenze zu Brandenburg zählt Backhaus dazu. Neben dem Schutz vor Wildunfällen könnten diese Zäune im Seuchenfall die Ausbreitung der Infektion reduzieren. Auch die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk im Land hätten Unterstützung signalisiert.

Die Landesforst stellt nach Ministeriumsangaben speziell ausgerüstete und ausgebildete Gruppen von insgesamt 30 Jägern zusammen, um die Schwarzwildjagd in den Landeswäldern zu intensivieren.