Umwelt

Wälder im Ostseeraum wachsen durch Klimawandel langsamer

Blick mitten in einem Buchenwald.

Blick mitten in einem Buchenwald.

Foto: dpa

Im südlichen Ostseeraum beeinträchtigen die immer trockeneren Sommer das Wachstum der Wälder. Die Bäume wachsen langsamer. Untersucht wurden Buchen, Eichen und Kiefern.

Greifswald. Die Wälder im Ostseeraum wachsen unter dem Einfluss des Klimawandels langsamer. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschungskonsortium unter Leitung der Universität Greifswald. Es wertete die Daten von mehr als 300 Waldstandorten in Deutschland, Polen, Südschweden und den baltischen Staaten aus, wie die Universität am Donnerstag mitteilte. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Global Change Biology veröffentlicht.

Untersucht wurden nach den Worten von Martin Wilmking vom Lehrstuhl für Landschaftsökologie die wirtschaftlich bedeutenden Baumarten Buche, Eiche und Kiefer. Demnach beeinträchtigt die Sommertrockenheit seit 30 Jahren immer mehr das Wachstum von Buchen und Eichen. Deren Wachstum werde im gesamten südlichen Ostseegebiet insbesondere von der Wasserversorgung im Sommer bestimmt.

Selbst die Buche, die in Deutschland oft als trockenheitsresistent gelte, nehme durch die Sommertrockenheit immer mehr Schaden. In Norddeutschland, Südschweden und Westpolen vollziehe sich der Wandel schneller als im Osten Polens und in den baltischen Staaten.

Aber auch die veränderten Winterbedingungen wirken sich der Studie zufolge auf das Wachstum aus. Die Kiefer als immergrüner Baum könne in wärmeren Wintern auch Photosynthese betreiben. Warme Winter schadeten den Kiefern nicht, sagte Wilmking. Was die Sommertrockenheit mit ihnen mache, sei noch nicht ganz klar.

Die Forscher untersuchten anhand von Baumringen, wo und in welchem Umfang das Wachstum der Bäume in der Vergangenheit von welchen klimatischen Bedingungen beeinflusst wurde, ob es dabei räumliche Muster gab und wo die größten Änderungen auftraten. Ziel sei es, in den Wäldern die Baumarten zu pflanzen, die mit den Klimabedingungen der Zukunft am besten klarkommen und noch Erträge ermöglichen.

An der Studie waren neben den Universitäten Greifswald und Göttingen, den Technischen Universitäten München und Dresden auch Forschungseinrichtungen aus Polen, Estland, Lettland, Litauen, Schweden und Kanada beteiligt.