Soziales

Drese: Neue Kontaktstelle ergänzt Angebot zum Kinderschutz

Sozialministerin Stefanie Drese.

Sozialministerin Stefanie Drese.

Foto: dpa

Schwerin. Für Kinder und Jugendliche, die Opfer von Gewalt oder Mobbing geworden sind, gibt es in Mecklenburg-Vorpommern eine weitere Anlaufstelle. Wie Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Mittwoch nach der Sitzung des Sozialausschusses im Landtag mitteilte, gewährt der Kinderschutzbund in Schwerin über eine neu eingerichtete Kontaktstelle Beratung und vermittelt Hilfe.

Auch Eltern könnten sich bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung oder mit Fragen etwa zum Kinderschutz in Kitas an die Einrichtung wenden, die über die Rufnummer 0385 4791569 oder per Mail über ksk@dksb-mv.de erreichbar sei. Der Dienst stehe an fünf Tagen in der Woche für mindestens je vier Stunden zur Verfügung. In der verbleibenden Zeit kümmere sich eine Sozialpädagogin unter anderem direkt um Betroffene.

"Der Umfang der Beratung und Begleitung richtet sich nach den Erfordernissen des Einzelfalls", erklärte Drese. Ziel sei, bei der Bewältigung des Erlebten zu helfen und das Netzwerk Kinderschutz noch enger zu knüpfen. Der Kinderschutzbund habe sich als Träger angeboten, da er schon das Kinder- und Jugendtelefon sowie das Elterntelefon betreibe. Das Land stelle für das zusätzliche, zunächst auf drei Jahre befristete Projekt jährlich 150 000 Euro bereit, sagte Drese.

Nach Einschätzung der Linke-Landtagsabgeordneten Jacqueline Bernhardt übernimmt die neue Kontaktstelle Kinderschutz einen Teil der Aufgaben des zuvor im Justizministerium angesiedelten Modellprojekts "Psychosoziale Prozessbegleitung". Doch stelle sich die Fragen, "wie effektiv diese Kontaktstelle sein kann und ob damit nicht Parallelstrukturen zu den Jugendämtern geschaffen werden".