Gastgewerbe

Nach Tarifabschluss: Jobs im Gastgewerbe attraktiver

Servietten werden im einem Hotel gefaltet.

Servietten werden im einem Hotel gefaltet.

Foto: dpa

Die Jobs im Gastgewerbe leiden unter einem schlechten Image: Lange Arbeitszeiten und dazu schlecht bezahlt. Nach dem Abschluss eines Tarifvertrags mit einem Plus von durchschnittlich fünf Prozent in den kommenden fünf Jahren besteht Hoffnung auf Imageverbesserung.

Rostock. Die Auswirkungen des jüngsten Tarifabschlusses ist ein zentrales Themen des Branchentags für das Gastgewerbe Mecklenburg-Vorpommern an Mittwoch in Rostock. Der Arbeitgeberverband Dehoga hofft darauf, dass sich künftig die Attraktivität der Jobs und damit die angespannte Personalsituation deutlich verbessern, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Matthias Dettmann der Deutschen Presse-Agentur.

Laut dem Ende November ausgehandelten Tarifvertrag wachsen die Löhne und Gehälter in den kommenden fünf Jahren um bis zu 28 Prozent. In den meisten Entgeltgruppen steigen die Einkommen demnach jedes Jahr um fünf Prozent. Eine Ausnahme ist das Jahr 2021, in dem ein Plus von 3,5 Prozent vorgesehen ist. Im Durchschnitt erhöhen sich die Stundenlöhne um 2,80 Euro.

Wie Dettmann sagte, gibt es im Nordost-Gastgewerbe rund 38 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Diese Zahl wachse durch Saisonarbeitskräfte und geringfügig Beschäftigte auf 55 000 an. Die Branche betrachtete sich schon in den Vorjahren als ein wesentlicher Jobmotor. Die Zahl der Arbeitsplätze sei kontinuierlich gewachsen, doch es gebe weiter großen Bedarf an Fachkräften.

Die rund 150 Branchenvertreter wollen sich beim Branchentag zudem mit Trends und Innovationen in der Gastronomie beschäftigen. Wie Dettmann sagte, ist damit zu rechnen, dass sich weitere Nischen bilden und diese auch erfolgreich betrieben werden können. Ein Beispiel sei die Zunahme von vegetarischen und veganen Restaurants. Auch die Verwendung regionaler Produkte werde an Bedeutung gewinnen, zeigte er sich überzeugt.

Die Menschen legten immer mehr Wert auf die Qualität der verwendeten Produkte und wollten gleichzeitig die heimische Landwirtschaft unterstützen. Auch wenn die Zahl der Fastfood-Restaurants weiter zunehme, würden die Restaurants mit hoher Qualität und einem entsprechenden Zeitbedarf der Gäste weiter Konjunktur haben.