Archäologie

Funde vom Bronzezeit-Schlachtfeld warten auf Konservierung

Der beschädigte Schädel eines Mannes wurde auf dem Schlachtfeld im Tollensetal gesichert.

Der beschädigte Schädel eines Mannes wurde auf dem Schlachtfeld im Tollensetal gesichert.

Foto: dpa

Altentreptow/Schwerin. Die vom Grund der Tollense nördlich von Neubrandenburg zuletzt geborgenen bronzezeitlichen Fundstücke liegen noch im Depot des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin. "Sie brauchen noch eine Konservierung", sagte Amtsleiter Michael Bednorz. Der Auftrag dafür werde ausgeschrieben und extern vergeben. Wann und wo die 31 Objekte zum ersten Mal gezeigt werden, ist noch nicht bekannt. Die Wissenschaftler rechnen die Fundstücke wie eine verzierte Gürteldose, Gewandnadeln und Pfeilspitzen dem Besitz eines Kriegers zu, der bei der Schlacht vor 3300 Jahren starb.

Nach Einzelfunden wie menschlichen Knochen, Pfeilspitzen und einer Holzkeule seit den 1980-er Jahren begann 2009 die systematische Erforschung des bronzezeitlichen Fundplatzes. Mehr als 12 000 menschliche Knochen seien bereits geborgen, mehr als 140 Individuen identifiziert worden, teilte der Prähistoriker Thomas Terberger von der Universität Göttingen mit. Das Schlachtfeld sei das älteste erhaltene in Europa. Um 1250 v.Chr. wurde demnach im Tollensetal ein gewaltsamer Konflikt von überregionaler Bedeutung ausgetragen.

Ein Teil der Fundstücke ist in der Ausstellung "Blutiges Gold" im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden (Landkreis Ludwigslust-Parchim) zu sehen gewesen. Die nächste Station wird laut Kultusministerium voraussichtlich 2020 Neubrandenburg sein. Auch Greifswald habe Interesse angemeldet. Die Ausstellung zeigt unter anderem goldene Spiralringe, Messer, ein Beil, ein Schwert und eine Gürteldose. Die Funde wurden im Wasser geborgen, an Land war das Schlachtfeld geplündert worden. In der Erde wurden vor allem Pfeilspitzen und Knochen von jungen Männern und Pferden gefunden.