Strafvollzug

Häftlingszahlen in MV konstant: Viele Wiederholungstäter

Ein Gefängnisinsasse sitzt vor einem vergitterten Fenster.

Ein Gefängnisinsasse sitzt vor einem vergitterten Fenster.

Foto: dpa

Schwerin. Kriminalität ist männlich. Wie aus der jüngsten Erhebung des Statistischen Amtes in Schwerin hervorgeht, saßen im März dieses Jahres in den Gefängnissen Mecklenburg-Vorpommerns insgesamt 916 Menschen ein. Nur 35 davon waren Frauen. Damit mussten 25 Mal mehr männliche Straftäter eine Haftstrafe verbüßen als weibliche. Gegenüber März 2018 nahm die Zahl der Strafgefangenen leicht um elf zu. Noch vor zehn Jahren saßen im Nordosten 1200 Menschen in Haft.

Das Justizministerium hatte 2018 als Reaktion auf die sinkende Zahl von Häftlingen die Justizvollzugsanstalt Neubrandenburg geschlossen. Die größte der nun noch fünf betriebenen Haftanstalten existiert in Bützow (Landkreis Rostock). Dort waren Ende 2018 von 490 Haftplätzen 431 belegt. Landesweit standen 1350 Gefängnisplätze zur Verfügung, 1149 davon in Einzelzellen.

Körperverletzung, Diebstahl, Raub und Betrug sind die häufigsten Haftgründe. Wie aus der Statistik vom Montag weiter hervorgeht, verbüßt knapp die Hälfte der Gefangenen Haftstrafen zwischen einem und fünf Jahren. 83 Straftäter waren zu mehr als fünf Jahren verurteilt worden, 29 zu lebenslangen Freiheitsstrafen. 70 Prozent der Strafgefangenen waren Wiederholungstäter. Acht von zehn Insassen sind unverheiratet.

Etwa die Hälfte der Häftlinge ist zwischen 25 und 40 Jahre alt. Von den 916 Gefangenen im März besaßen 803 die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Statistik zufolge waren 113 Ausländer, 73 davon aus europäischen Staaten, 25 aus Asien und 12 aus Afrika. 2009 hatten es 64 nichtdeutsche Häftlinge gegeben.