Wohnen

Wohnungsverband zu Grundsteuerreform: Land braucht Lösung

Wohnhäuser stehen in einer Eigenheimsiedlung.

Wohnhäuser stehen in einer Eigenheimsiedlung.

Foto: dpa

Schwerin. Der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hat die Landesregierung aufgefordert, den vom Bund in der Grundsteuerreform gebotenen Freiraum zu nutzen. Die vom Bundesfinanzministerium favorisierte Bundesregelung sei unsozial, weil ältere Wohngebäude mit niedrigen Mieten höher besteuert werden als neue Gebäude mit hohen Mieten. "Menschen, die sich eine teurere Wohnung leisten können, werden so entlastet, während Haushalte mit geringem Einkommen mehr als früher zahlen müssen", sagte Breitner am Freitag. Bei der Bundesregelung werde die Grundsteuer auf der Grundlage einer durchschnittlichen Nettokaltmiete ermittelt.

"Diese Regelung benachteiligt Menschen, die in einer Wohnung leben, deren Miete unter der Durchschnittsmiete liegt", betonte Breitner. Im Nordosten seien dies 86 Prozent der Wohnungen. Der VNW favorisiere das sogenannte Flächen-Lage-Modell, das bei der Berechnung der Höhe der Grundsteuer hauptsächlich die Grundstücksgröße beziehungsweise die Wohnfläche heranzieht. "Mecklenburg-Vorpommern hätte es über die Länderöffnung nun selbst in der Hand, für die dort lebenden Menschen eine sozialverträgliche Lösung zu finden."

Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften, mit 732 000 Wohnungen und 1,5 Millionen Mietern.