Verkehr

IHK-Präsident: Usedom droht Dauer-Verkehrskollaps

Seebrücke Heringsdorf.

Seebrücke Heringsdorf.

Foto: dpa

Heringsdorf/Schwerin. Die Ostseeinsel Usedom (Vorpommern-Greifswald) braucht dringend bessere Verkehrsanbindungen. Ohne durchlässigere Straßen zur Autobahn 20 und eine deutlich bessere Bahnanbindung drohe der Ferieninsel auch außerhalb der Hauptsaison der Verkehrskollaps, teilte der Präsident der IHK in Neubrandenburg, Wolfgang Blank, am Dienstag mit.

Lange Staus und stockender Verkehr seien nicht mehr nur im Sommer und auf den Zufahrten zur Insel ein massives Hemmnis. "Leider hat sich die Verkehrssituation inzwischen auf der ganzen Insel derart zugespitzt, dass Lieferanten und Dienstleister auf dem Weg zum Kunden ebenso behindert werden wie Einwohner auf alltäglichen Wegen zur Arbeit oder zum Einkauf."

Der "leistungsfähige Ausbau" der Usedom-Anbindungen über die Bundesstraßen 110, 111 und 199 zu den Autobahnen 20 und 11 sei "seit Langem erforderlich und überfällig", betonte Blank im Vorfeld eines Parlamentarischen Abends in Schwerin. Auch die seit Jahren geplante Ortsumgehung Wolgast müsse schneller kommen. Zudem sollte die Bahnstrecke über die im Krieg zerstörte Karniner Brücke von Berlin nach Heringsdorf wieder aufgebaut und das Luftverkehrsangebot zum Flughafens Heringsdorf erweitert werden.

Usedom ist nach Rügen die größte Ostseeinsel Deutschlands, hat nur zwei Zufahrten von Norden und Süden und ist bei Urlaubern sehr beliebt. Besonders Gäste aus ostdeutschen Bundesländern schätzen den langgestreckten Sandstrand.

Die IHK sieht zusätzliche Verkehrsprobleme durch den Autotunnel unter dem Fluss Swine, mit dem der polnische Inselteil Usedoms bald besser an das polnische Festland angeschlossen sein soll. Die Insel brauche schleunigst ein integriertes Verkehrskonzept, das alle Verkehrs- und Aufgabenträger umfasst, so Blank.