Musik

Anti-Nazi-Festival "Jamel rockt den Förster" gestartet

Eine Person hält einen Bierbecher des Open-Air-Musikfestivals "Jamel rockt den Förster" in der Hand.

Eine Person hält einen Bierbecher des Open-Air-Musikfestivals "Jamel rockt den Förster" in der Hand.

Foto: dpa

Jamel. In Jamel hat am Freitagabend das Festival "Jamel rockt den Förster" gegen Rechtsextremismus begonnen. In dem kleinen Örtchen bei Wismar (Landkreis Nordwestmecklenburg) gibt es eine starke Neonaziszene, gegen die das Künstlerehepaar Horst und Birgit Lohmeyer mit dem Festival protestiert. "Wir sagen Horst und Birgit Danke, weil sie nicht nur an diesem wunderbaren Tag, sondern an 365 Tagen im Jahr Flagge zeigen gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus", sagte Schirmherrin und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bei der Eröffnung. "Sie sind unsere Vorbilder, solche Leute brauchen wir."

DGB-Chef Reiner Hoffmann überreichte den Lohmeyers eine Demokratieaktie im Wert von 5000 Euro. "Ich bin davon überzeugt, sie ist gut angelegt", sagte Hoffmann. Die Demokratieaktie ist eine Initiative, die sich seit 2008 für ein demokratisches, freiheitliches und weltoffenes Mecklenburg-Vorpommern stark macht.

Welche Bands beim "Forstrock" spielen, bleibt seit einigen Jahren bis zum Auftritt geheim, um den politischen Charakter der Veranstaltung zu betonen, wie die Lohmeyers sagen. Seit 2004 leben sie in dem 40-Seelen-Nest und wurden von Anfang an von Neonazis bedroht, die sich dort um den bundesweit bekannten Rechtsextremisten Sven Krüger gruppieren. 2015 wurde die Scheune der Lohmeyers angezündet, die Täter wurden nie gefunden.

Um das Paar zu unterstützen, traten in den letzten Jahren bereits Die Toten Hosen, Die Ärzte und Herbert Grönemeyer auf. Für den Freitag wurde unter den rund 1200 Besuchern über Auftritte von Max Herre, den Donots und Samy Deluxe gemunkelt.