Handel

Mehr Geld für Mitarbeiter im Handel Mecklenburg-Vorpommerns

Ein Mann geht mit Einkaufstüten über eine Straße.

Ein Mann geht mit Einkaufstüten über eine Straße.

Foto: dpa

Bei den Löhnen im Einzelhandel hat Mecklenburg-Vorpommern nun nachgezogen. Von der vereinbarten Erhöhung profitieren vor allem Beschäftigte in den unteren Lohngruppen und Lehrlinge.

Göhren-Lebbin. Die rund 32 000 Beschäftigten im Einzelhandel Mecklenburg-Vorpommerns bekommen von September an mehr Geld. Wie Arbeitnehmer-Vertreter Matthias Baumgart am Mittwoch in Göhren-Lebbin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) sagte, einigten sich die Gewerkschaft Verdi und der Handelsverband Nord in der zweiten Runde auf eine stufenweise Anhebung der Löhne und Gehälter.

Demnach steigen die Tarifentgelte im ersten Geltungsjahr um 3,0 Prozent. Allerdings tritt die Erhöhung mit zweimonatiger Verzögerung erst zum 1. September in Kraft. Höhere Tarifgruppen erhalten anstelle der prozentualen Erhöhung einen Pauschalbetrag von monatlich 75,50 Euro. Zum 1. Juli 2020 wird dann eine weitere Entgelterhöhung von 1,8 Prozent wirksam. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

"Wichtig war uns die Verankerung einer sozialen Komponente, durch die Auszubildende und Mitarbeiter in den unteren Lohngruppen überproportional von der Erhöhung profitieren", sagte Baumgart. Nach Angaben von Arbeitgeber-Verhandlungsführer Christian Lahrtz lehnt sich der Abschluss stark an die Verhandlungsergebnisse für den Groß- und Außenhandel sowie für andere Bundesländer an. Im Wesentlichen seien die Ergebnisse auf das Regelwerk in Mecklenburg-Vorpommern übertragen worden.

Auszubildende erhalten laut Baumgart je nach Lehrjahr monatliche Zuschläge zwischen 45 und 60 in jedem der beiden Jahre. Damit steige das Lehrlingsentgelt etwa im ersten Ausbildungsjahr auf 705 und dann 755 Euro. Ein Lehrling im dritten Jahr bekommen vom Juli 2020 an 935 Euro im Monat. "Damit wird die Ausbildung im Handel attraktiver" zeigte sich der Gewerkschafter überzeugt. "Wir brauchen für unsere Branche guten und qualifizierten Nachwuchs und wollten einen zusätzlichen Anreiz schaffen, dass sich junge Menschen für eine Ausbildung im Einzelhandel entscheiden", sagte Lahrtz. Doch sei das Tarifergebnis "gerade mit Blick auf das erste Tarifjahr für viele Unternehmen nicht leicht umzusetzen".

Nach Verdi-Angaben lag der Durchschnittsverdienst in der Branche bei einer Vollzeitanstellung im Nordosten bislang bei monatlich etwa 2300 Euro brutto. Doch seien knapp 60 Prozent der Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt, erklärte Baumgart.