Geschichte

Literaturhaus für Dichter und Homer-Übersetzer Voß eröffnet

Andrea Rudolph, Leiterin, zeigt ein Bildspiel, das den Dichter in unterschiedlichen Ansichten zeigt.

Andrea Rudolph, Leiterin, zeigt ein Bildspiel, das den Dichter in unterschiedlichen Ansichten zeigt.

Foto: dpa

Penzlin. Der Dichter und Homer-Übersetzer Johann Heinrich Voß (1751-1826) hat jetzt ein eigenes Literaturmuseum in seiner Heimat. Nach jahrelanger Bauzeit wurde am Freitag bei einem feierlichen Empfang das sanierte und erweiterte Rektorhaus in Penzlin (Mecklenburgische Seenplatte) als "Voß-Haus" eröffnet. Das jahrelang leerstehende, denkmalgeschützte Fachwerkgebäude, in dem Voß damals zur Schule ging, wurde für rund 2,2 Millionen Euro mit EU-Hilfe umgebaut. Zur Feier kamen auch Gäste aus Otterndorf (Niedersachsen) und Eutin (Schleswig-Holstein), wo Voß später arbeitete und die Voß-Literaturgesellschaft ebenfalls aktiv ist.

Im Penzliner "Voß-Haus" haben auch eine Bibliothek mit neuem Lesesaal sowie die Touristinformation ihren Sitz. Die neue Ausstellung trägt den Titel: "Johann Heinrich Voß. Ein Grieche aus Mecklenburg" und soll das fortschrittliche Denken des Zeitgenossen von Goethe, Schiller und anderen Größen seiner Zeit dokumentieren. Voß gilt als scharfer Adelskritiker und hatte immer wieder die Leibeigenschaft angeprangert.

Mit der Übersetzung der Homer-Werke "Ilias" und "Odyssee" öffnete er den Deutschen die Tür zur Literatur der Antike, sagte Museumsleiterin Andrea Rudolph. Voß lehrte als Hilfslehrer auf einem Rittergut im Nachbarort Ankershagen, wo Archäologe und Kaufmann Heinrich Schliemann (1822-1890) aufwuchs, die Übersetzungen las und später bei Ausgrabungen Troja entdeckte.