Hansa-Abschied mit Niederlage

Nach dem 1:2 in der Fußball-Oberliga Niedersachsen Ost retten sich die Gäste von Güldenstern Stade in die Relegation

Lüneburg. Die Fußballer des FC Hansa Lüneburg haben sich mit einer 1:2 (1:2)-Heimniederlage gegen Güldenstern Stade aus der zweigleisigen Oberliga Niedersachsen verabschiedet. Zwar war Hansa meist optisch überlegen, doch den Stader Gästen war anzumerken, dass es für sie um alles ging. Mit hoher Lauf- und Kampfbereitschaft demonstrierten sie ihren Willen, das von Hansa bereits erreichte Ziel eingleisige Oberliga zu erreichen. Tatsächlich zog Güldenstern durch den Erfolg noch an dem Rivalen aus dem Landkreis Stade, SV Ahlerstedt/Ottendorf, vorbei. Grund, war, dass die zuvor besser platzierten Ahlerstedter mit 2:7 beim Vizemeister TuS Heeslingen unterlagen. So aber steht Güldenstern in der Relegation, spielt voraussichtlich am 6. Juni beim SC Langenhagen, am 9. Juni zu Hause gegen Arminia Hannover und am 12. Juni beim FC Schüttorf.

Nach dem Schlusspfiff hatte es kein Halten mehr bei den Kickern, Verantwortlichen und Fans von Güldenstern gegeben, die auf dem Rasen des Wilschenbruch-Stadions ausgelassen feierten. "Wenn es jemand verdient hat, dann meine Mannschaft", sagte König sichtlich angefasst. Denn sein Team muss einen weiteren herben Schicksalsschlag hinnehmen. Am Tag vorm Spiel verstarb plötzlich und unerwartet der Vater von Anis und Salim Aichaoui 63-jährig. Die Brüder Aichaoui und der quasi zur Familie zugehörende Hasan Ramazanoglu blieben daher der Fußballpartie fern, werden auch in den Relegationsspielen fehlen, da die Bestattung in Tunesien sein wird. Im November war der mit den Aichaouis und mit Ramazanoglu befreundete Güldenstern-Fußballer Maurizio Greco (25) auf dem Platz beim Spiel gegen Lupo Martini zusammengebrochen und kurz darauf verstorben. Lupo Martini wäre nach dem 8:1 gegen Rot-Weiss Cuxhaven noch an Güldenstern und Ahlerstedt vorbeigezogen, wenn Güldenstern bei Hansa noch das 2:2 kassiert hätte.

Und das war durchaus möglich, denn in der Schlussphase drängten die Lüneburger vor 300 Zuschauern auf den Ausgleich, wollten sich nicht mit einer Pleite verabschieden. Verabschiedet aber wurden Benjamin Tillack und Lukas Hertting, die sich der SV Drochtersen/Assel anschließen. Im Anschluss an einen zu kurz abgewehrten Stader Eckstoß waren die Gäste in Führung gegangen, Meikel Klee köpfte zum 0:1 ein (7. Minute). Und beinahe hätte Güldenstern noch erhöht, doch Patrick Klee scheiterte nach Vorarbeit des starken Jeremy Faruke an Hansa-Torhüter Nico Fabian. Nach Foulspiel von Maik Kruse an Patrick Klee entschied die Hamburger Schiedsrichterin Imke Meierling auf Elfmeter für Stade. Für manchen der Anwesenden sah es eher nach Foul außerhalb des Strafraums aus. Mario Radtke, der früher für Hansa-Vorgängerverein Lüneburger SK spielte, verwandelte zum 0:2 (36.). Noch vor der Pause erzielte Lüneburgs Tillack das 1:2 (40.). Auch nach der Pause blieb Hansa optisch überlegen und kam durch Felix Beck - Stades Richard Wießner köpfte den Ball von der eigenen Torlinie - zur größten Ausgleichschance. Außerdem hielt Güldenstern-Keeper Pascal Drusch einen Tillack-Kopfball und Dennis Marschewski flog kurz vor Schluss durch den eigenen Strafraum, wehrte den Ball handspielverdächtig ab.