NDP und ihre Gegner informieren zur selben Zeit

Fürs Wochenende liegen der Stadt zwei Anmeldungen vor. Bündnis plant Kundgebung

Lüneburg. Gleich zwei versammlungsrechtliche Anmeldungen für Veranstaltungen in der Innenstadt am kommenden Wochenende liegen derzeit bei der Stadt Lüneburg zur Prüfung vor. Das wäre nicht sonderlich interessant, wären es nicht ausgerechnet die NPD und das Bündnis für Demokratie/Netzwerk gegen Rechtsextremismus, die sich präsentieren wollen. "Das hat ein gewisses Potenzial", sagt Polizeisprecher Kai Richter. Deshalb guckt die Stadt in diesem Fall besonders genau hin. "Wir prüfen die Anmeldungen umgehend und werden uns dabei mit der Polizei und den Anmeldern abstimmen", sagt Stadtrat und Ordnungs- und Rechtsdezernent Markus Moßmann.

Die erste Anmeldung ging am Montag vom Bündnis für Demokratie/Netzwerk gegen Rechtsextremismus ein: Geplant sind Infostände und eine Kundgebung. Einen Tag später folgte der Antrag der NPD für einen Infostand am Sonnabend von 16 bis 19 Uhr.

"Wir wollen darüber informieren, wie Rechtsextreme versuchten, ihr Gedankengut unauffällig in die Gesellschaft einzuspeisen", sagt Matthias Richter-Steinke, der die Aktionen des Bündnisses als regionaler Geschäftsführer des DGB mit organisiert. "Es ist wichtig zu zeigen, dass Lüneburg eine offene und bunte Gesellschaft ist, in der braune Gedanken keinen Platz haben."

Springerstiefel und Glatze seien gestern gewesen. "Heute tarnen sich Neonazis als ganz normale Bürger, die sich mit populistischen Themen ins Gespräch bringen wollen." Beispielsweise würden in der derzeitigen Eurokrise die Menschen in den Schuldenländern als faul dargestellt.