Neuer Anlauf für den Lüneburger Hafen

Foto: Christian Hilmes

Wirtschaftsausschuss der Stadt diskutiert morgen über die Gründung einer Betriebsgesellschaft und die Einsetzung eines Geschäftsführers

Lüneburg. Der Lüneburger Hafen soll aufgewertet werden. Zuletzt beschäftigte sich der Ausschuss für Wirtschaft und städtische Beteiligungen im April mit dem Hafenstandort am Elbe-Seiten-Kanal. Die Süderelbe AG (SAG) hatte da ihr Gutachten zum Thema Hafenentwicklung vorgestellt.

Bereits im Vorjahr präsentierte die Beratergesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC) ein Gutachten zu diesem Thema. Geplant war seinerzeit eine große Lösung für den Hafen.

Unter dem Namen "Hanseport" sollte der der Hafen mit Hilfe von Fördergeldern aus dem europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in ein modernes Logistikzentrum verwandelt werden. Laut PWC hätten dafür zukünftig rund 80 Prozent des Umschlags von lokalen Unternehmen abgewickelt werden müssen. Nur dann hätte die EU grünes Licht für das Projekt gegeben.

Als "eine Nummer zu groß" legte danach Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) den Hanseport zu den Akten. Ein Investitionsvolumen von 60 bis 80 Millionen Euro für den Hanseport konnte in Lüneburg niemand schultern - zumal der Hafen derzeit hinter den Erwartungen deutlich zurück bleibt: 200 000 Tonnen Massengut pro Jahr werden umgeschlagen, hauptsächlich landwirtschaftliche Güter. Für moderne Containerschiffe ist das Hafenbecken zu klein, die im Industriegebiet Hafen angesiedelten Unternehmen nutzen den Hafen als Umschlagsplatz kaum.

Jetzt will die Stadt das Thema erneut angehen. Das Gutachten der Süderelbe-AG aus dem Frühjahr empfiehlt die Gründung einer neuen Betriebsgesellschaft und die Einstellung eines eigenen Geschäftsführers für den Hafen, der für die "Neue Hafen Lüneburg GmbH" (HLG) auch die Flächenvermietung betreut und den Güterumschlag vorantreibt. Die Umstrukturierung soll dazu führen, dass der Hafen ohne Zuschüsse von außen betrieben werden kann.

Die von der Süderelbe-AG angestoßenen Pläne werden derzeit intern diskutiert. "In dieser Angelegenheit laufen noch Abstimmungsgespräche der an der Hafen GmbH beteiligten Gesellschafter. Der Vorschlag der Süderelbe-AG wird weiter verfolgt", sagt Daniel Steinmeier, Presssprecher der Stadt.

Zunächst will man jetzt im Wirtschaftsausschuss die Finanzierung anpacken. Für das neue Geschäftsmodell der Hafengesellschaft sind drei Phasen mit einem unterschiedlichen Investitionsvolumen von einer Million Euro, zwei und sechs Millionen Euro vorgesehen. Dabei können die Investitionen je nach Geschäftsverlauf zeitlich und der Höhe nach angepasst werden.

Da für die Umsetzung der im Gutachten beschriebenen Anfangsphase des neuen Geschäftsmodells finanzielle Mittel für strukturelle und organisatorische wie erste Infrastrukturmaßnahmen erforderlich sind, wird der Wirtschaftsausschuss sich mit der Frage beschäftigen, ob zunächst ein Betrag von 150 000 Euro für das Vorhaben in den Haushalt 2011 eingestellt werden soll. Weiter betrieben wird auch die Erschließung der umliegenden Flächen. Die Vermarktung erfolgt durch die IDB, eine Tochter der Sparkasse.

"Im Gewerbegebiet Bilmer Berg II sind derzeit 8800 Quadratmeter frei, die im Eigentum der Stadt stehen. Es gibt aber eine Reservierung auf der Fläche. Außerdem haben wir noch je 6600 Quadratmeter, 18 300 Quadratmeter und 28 200 Quadratmeter an der Friederich-Penseler-Straße zur Verfügung. Auch hier gibt es teilweise Reservierungen", sagt Karsten Koop von der IDB.

Mit der weiteren Erschließung der neuer Flächen am Bilmer Berg/Hohes Feld, die sich in der Nachbarschaft zum Industriehafen befinden, wird sich der Bauausschuss am Montag, 13. Dezember, beschäftigen. Der Wirtschaftsausschuss tagt morgen, 7. Dezember, um 16 Uhr im Traubensaal des Rathauses.