Berliner lassen Sporthalle brodeln

The BossHoss starten Deutschland-Tour am Kreideberg. Ein zunächst einmaliges Ereignis

Lüneburg. "Low Voltage" heißt die Deutschland-Tour, deren Auftakt die Berliner Band The BossHoss am Freitagabend in Lüneburg gegeben hat. Ausreichend unter Strom standen die konsequent in US-Slang brabbelnden Rocker und ihre orchestrale Begleitung trotzdem, um die 1200 Leute im Publikum in gespannte Aufmerksamkeit zu versetzen. Ungewöhnlicher und fürs Erste einmaliger Ort des Rockkonzerts: die Halle im Sportpark Kreideberg.

Veranstalter war die Vamos-Kulturhalle, die unter dem Dach der Campus Management GmbH bereits seit August 2009 mit dem Hallenbesitzer MTV zusammenarbeitet: Campus bewirtschaftet das Café Lichtblick.

"Es war spannend für uns, an einem anderen Ort zu veranstalten", sagte Vamos-Chefin Lina Christmann der Rundschau nach dem Konzert. Bereits seit einem Jahr sei die Veranstaltung geplant gewesen. Weitere Gigs des Vamos seien in der Sporthalle jedoch zurzeit nicht geplant. Das Vamos selbst besitzt eine Genehmigung für 1350 Gäste, demnächst kommt die Ritterakademie mit bis zu 800 Besuchern hinzu.

In die Sporthalle am Kreideberg hätten am Freitag rund 1500 Besucher gedurft. MTV-Vizepräsident Hartmut Deja ließ sich angesichts des Wetters und des unausgelegten Sportbodens nicht aus der Ruhe bringen: "Direkt danach wird gewischt." Im Januar hatte der Verein bereits eine Großveranstaltung mit Irish Dance in seiner Halle, und Deja will das Engagement des Vereins in dieser Richtung ausbauen.

"So wird die Halle finanziert, durch Sponsoren und Mieteinnahmen", sagte Deja der Rundschau: "Deshalb brauchen wir solche Veranstaltungen." Als nächste stünden ein Abi- sowie ein Schützenball auf dem Programm, auch Messen finden im Sportpark statt.

Wie es in Sachen Rock- und Popkonzerte auf dem Kreideberg weitergeht, steht laut Lina Christmann noch nicht fest. "Das war ein Testlauf", sagte sie der Rundschau. "Wir lassen es erst einmal in Ruhe sacken, für eine Auswertung ist es noch zu früh."