Kommentar

Viel Lärm - doch es passiert nichts

Dass die Europäische Union ihre Bürger besser vor Verkehrslärm schützen möchte ist lobenswert.

Denn jeder, der an einer viel befahrenen Straße wohnt, weiß, wie sehr sich der Lärm-Stress auf den Körper und das Wohlbefinden auswirkt. Je länger die Belastung, desto schwerwiegender die gesundheitlichen Folgen.

Doch ob die Verordnung von lokalen Lärmschutzaktionsplänen der richtige Weg ist das Dilemma zu lösen, darf bezweifelt werden. Allenfalls kann der Plan, der mit Beteiligung der Bevölkerung beschlossen werden muss, die Öffentlichkeit für das Thema Lärmschutz sensibilisieren.

Einklagen können die Bürger ihr Recht auf Lärmschutz nämlich nicht. So liegt es an den Verursachern den Verkehrslärm freiwillig zu reduzieren. Egal ob auf der Straße oder an der Bahntrasse - die Kosten, die für eine effektive Lärmminderung nötig wären, sind enorm. Auch die Kommunen werden angesichts klammer Kassen ihrerseits kaum freiwillig Anstrengungen unternehmen, die Lärmbelastung für ihre Bewohner zu reduzieren.

So bleibt es wieder mal bei einer guten Idee. Zumal es in Deutschland bereits verschiedene Lärmschutzverordnungen gibt, an die sich Kommunen, zum Beispiel bei der Ausschreibung neuer Baugebiete halten müssen.