Krankenhaus muss für tödliche Therapie zahlen

Das Herz- und Gefäßzentrum (HGZ) in Bad Bevensen und zwei seiner Ärzte sind wegen einer fehlerhaften Antibiotika-Therapie zu einer Schadensersatz-Zahlung verurteilt worden.

Lüneburg/Bad Bevensen. Die Behandlung sei Ursache für den Tod des Patienten gewesen, so das Urteil des Landgerichts Lüneburg.

"Es handelt sich um einen tragischen Fall. Ob wir in Berufung gehen werden, ist wegen des Urlaubs des zuständigen Rechtsanwalts noch ungewiss", sagt der Vorstandsvorsitzende des HZG, Jacob Bijkerk, gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Geklagt hatte die Witwe eines 59-jährigen Mannes, der vor fünf Jahren in der Klinik an einer Blutvergiftung (Sepsis) gestorben war. Ihr Rechtsanwalt Burkhard Kirchhoff wertete das Urteil als einen "Meilenstein für Sepsis-Opfer". Es werde die Sorgfalt der Kliniken bei der Behandlung septischer Patienten erhöhen.

Der Mann der Klägerin war in der Klinik am Herzen operiert worden. Er infizierte sich mit Keimen und wurde nach Ansicht des Gerichts nur unzureichend mit Antibiotika behandelt. "Solche Fehler dürfen einem Arzt (...) nicht unterlaufen", heißt es in dem Urteil. Die Klinik und die Ärzte müssen der Witwe nun Schadensersatz leisten. Die genaue Summe stehe nach Angaben von Kirchhoff noch nicht fest. Der Rechtsanwalt rechnet jedoch mit einem sechsstelligen Betrag.