Bildung

Integration: Klassengröße ist Hauptproblem

Gemeinsames Lernen von nicht behinderten und behinderten Kindern - seit dem Jahr 2000 realisieren das die Schule am Knieberg und die Igelschule mit einer Kooperationsklasse.

Lüneburg. - Heiner Scholing ist Schulleiter der Kniebergschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.

Er sagt: "Wir müssen noch viele Schritte machen um die Rahmenbedingungen zu optimieren." Vor dem Schulausschuss kritisiert Scholing: "Es wäre gut, wenn die Kooperationsklassen eine Schülerzahl von 25 nicht übersteigen würden." Bisher ist das nicht gewährleistet.

Das bestätigt auch Hans-Gerhard Selzer, Rektor der Igelschule: "Die großen Grundschulklassen sind ein Problem bei der Kooperation. Zu den Kindern der Igelschule kommen etwa sieben Schüler von uns hinzu. Oft sind das mehr als 30 Kinder." In der Grundschule werden die Klassen erst ab 28 Schülern geteilt, in Förderschulen ab 7 Kindern. Das Problem: An jeder der beiden Schulen werden die Klassen nur für sich gezählt. Für den gemeinsamen Unterricht gibt es keine neuen Berechnungen.

Die Vorsitzende des Schulausschusses, Hiltrud Lotze, zeigt sich überrascht von der Situation und äußerte Verständnis: "Wenn die Gruppen so groß sind, widerspricht das dem Gedanken dieser besonderen Förderung. Ich werde das Problem der bildungspolitischen Sprecherin der SPD, Frauke Heiligenstadt, vortragen." Ein weiterer Aspekt sind die räumlichen Bedingungen der Igelschule. Scholing: "Die Igelschule ist leider alles andere als barrierefrei."

Im Tagungsraum des Ausschusses, der Aula im ersten Stock des Gebäudes ohne Fahrstuhl, wird das nur allzu deutlich. Doch auch hier beruhigt Lotze: "Im Herbst wird das Investitionsprogramm für Lüneburger Schulen fortgesetzt. Ich gehe davon aus, dass die Igelschule entsprechend berücksichtigt wird." Geplant ist ein Anbau hinter der Aula. Einer Anpassung der Kostenübernahme stimmte der Ausschuss einstimmig zu.