Neue Stiftung für Lüneburg

Foto: Lebenshilfe

Vor allem Menschen mit Behinderung soll geholfen werden. Lebenshilfe ist Träger

Lüneburg. Die Stiftungslandschaft der Region wächst. Neu sind "Die Stifter" der Vereine Lebenshilfe Lüneburg Stadt und Land und Landkreis Harburg. In der Rundschau spricht Geschäftsführer Frank Müller über Pläne.

Lüneburger Rundschau:

Herr Müller, in welchen konkreten Projekten werden sich "Die Stifter" engagieren?

Frank Müller:

Dazu gibt es mehrere Ideen. Ein Schwerpunkt wird auf jeden Fall im Bereich der Absicherung alter Menschen mit Behinderungen liegen. Hier benötigen wir langfristig neue Betreuungsformen. Zwar liegt der Altersdurchschnitt der Betroffenen noch unter dem der Restbevölkerung, weil während des Nationalsozialismus viele Behinderte ermordet wurden. Doch auch hier setzt der demografische Wandel ein und wir müssen reagieren.

Grundsätzlich engagieren wir uns aber für alle Altersstufen. So wird es einen Fördertopf geben, aus dem wir kleinere Projekte finanzieren. Das können beispielsweise spezielle Spielgeräte für einen integrativen Kindergarten, finanzielle Unterstützung bei einer Freizeitaktivität oder auch Mittel für eine zusätzliche Betreuungsperson sein.

Kommt der Staat denn seiner Verantwortung hier nicht ausreichend nach?

Nicht immer, denn die Mittel werden oft pauschal nach einem festgelegten Betreuungsschlüssel vergeben. So wird zum Beispiel in der Werkstatt ein Mitarbeiter für im Durchschnitt zwölf behinderte Menschen finanziert. Im Einzelfall ist aber vielleicht eine intensivere Betreuung notwendig - aber nicht abgedeckt. Nicht ausreichend abgesichert ist auch der Bereich Pflege. Die nächsten Jahre könnten aufgrund der knappen öffentlichen Kassen bedeutend schwieriger werden. Diese Entwicklung betrachte ich mit Sorge und möchte in aller Deutlichkeit sagen: Wenn wir uns durch eine Stiftung auch auf derartige Entwicklungen vorbereiten, wollen wir den Staat nicht aus seinen Verpflichtungen gegenüber Menschen mit Behinderung entlassen.

Ihr Stiftungskapital beträgt 250 000 Euro, die aus zwei Erbschaften stammen. Das Stiftungsrecht schreibt vor, dass dieses Geld nicht angetastet werden darf. Die Projekte dürfen Sie also nur mit den Zinsen unterstützen...

Das ist richtig. Noch ist es zu wenig, um schon ganz viel bewirken zu können, aber ein Anfang ist gemacht. Trotzdem wird es auch noch etwa ein Jahr dauern, bis wir die ersten Mittel bereitstellen können. Allerdings setzen wir auch auf die finanzielle Unterstützung von Spendern. Denn dieses Geld können wir direkt in Förderprojekte investieren. Außerdem planen wir öffentlichkeitswirksame Aktionen, unter anderem mit dem Theater Lüneburg. Die daraus resultierenden Einnahmen können ebenfalls direkt in die Stiftungsprojekte fließen.