Lüneburgs erste Schulbibliothek eingeweiht

Foto: Julia-Steinberg-Böthig

Aus der alten Kreisbücherei am Gymnasium Oedeme wurde jetzt ein Lese- und Lernort

Lüneburg. Lüneburgs erste Schulbibliothek eröffnete gestern am Gymnasium Oedeme. Hervorgegangen ist die Bücherei aus der Außenstelle der Kreisbibliothek am Schulstandort Oedeme, die im Sommer 2008 geschlossen wurde.

"Zum Leben zu viel, zum Sterben zu wenig", so umschrieb Michael Wieske, Fachbereichsleiter für Schule und Kultur des Landkreises, den Zustand der alten Kreisbücherei in seiner Begrüßungsrede zur Eröffnung. Mehr als 30 Jahre altes Mobiliar, größtenteils veraltete Medienbestände, unregelmäßige Öffnungszeiten und damit einhergehend immer weniger Nutzer, führten zur Schließung des Medienstandortes.

Dass die Gymnasiasten dennoch jetzt eine Bücherei zur Verfügung haben, so Schulleiter Dieter Stephan, sei der guten Zusammenarbeit mit dem Landkreis und dem Einsatz der Mitglieder des Schulfördervereins Oedeme zu verdanken. "Aus der veralteten Kreisbibliothek ist jetzt ein Lernort für unsere Schüler im Rahmen des Ganztagsbetriebes geworden", sagte Stephan während der Eröffnungsfeier.

Die neue Schulbibliothek ist im Gegensatz zur alten Leihbücherei ganz auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Oedeme abgestimmt. Dettmer Detgen, Lehrer für Deutsch und Englisch und Leiter der Bibliotheksgruppe, hatte sich im Vorfeld der Planungen darüber Gedanken gemacht: "Die Bibliothek bietet verschiedene Arbeitsbereiche, wie Stillarbeits- und Gruppenarbeitsplätze, die Möglichkeit zur Notebook-Nutzung, Präsentationsmöglichkeiten mit Beamer und Leinwand und bequeme Sitzmöglichkeiten zum Schmökern und Lesen."

Neben vier Internet-Terminals bietet die Bücherei Zeitschriften und Tageszeitungen, Belletristik, Kinder- und Jugendbücher, Comics sowie Spiele. In den Räumen soll künftig aber auch Unterricht statt finden. "Wie haben den Bestand auf 15 000 Medien reduziert und speziell einen Raum für die Oberstufenklassen geschaffen, in dem die Schüler alle nötigen Sach- und Fachbücher zur Verfügung haben", so Dettmer Detgen.

Von Herbst an solle jeder Schüler zwei Mal im Schuljahr an einem so genannte Bibliothekscurriculum teilnehmen. Der Unterricht wird dann in der Bibliothek stattfinden. Damit solle sowohl die Lesekompetenz gefördert, aber auch die Lesemotivation gesteigert werden.

Auf eine Wohlfühlatmosphäre wurde neben allem Fachlichen großen Wert gelegt. "Wir haben hier bequeme Sessel und Sofas und in der unteren Etage ein Podium mit großen Sitzkissen", so Detgen. Dort sollen künftig auch Leseveranstaltungen mit Schülern und Buchautoren ihren Platz haben.

Finanziert wurde die Schulbibliothek aus Ganztagsschulmitteln des Landkreises mit rund 50 000 Euro. Eine fest angestellte Halbtagskraft für den Bibliotheksbetrieb finanzieren die Mitglieder des Schulfördervereins.