Schüleraustausch

Junge Belgier schnuppern in Schwarzenbeks Wirtschaft

| Lesedauer: 3 Minuten
Verbrüderungssekretärin Vera Kohns koordiniert das Projekt.

Verbrüderungssekretärin Vera Kohns koordiniert das Projekt.

Foto: Stefan Huhndorf

Ein neues Kapitel der Verbrüderungsarbeit: Sechs Jugendliche aus der Partnerstadt Zelzate absolvieren Praktika in Unternehmen.

Schwarzenbek. Zwei Wochen lang das Leben in der Europastadt erleben und neue Eindrücke gewinnen: Diese Chance haben jetzt sechs ­Jugendliche aus der belgischen Partnerstadt Zelzate. Die insgesamt sechs 17- und 18-Jährigen Schüler der Atheneums Go Mittelschule in Zelzate sind zurzeit zu Gast in Schwarzenbek und absolvieren Berufspraktika in fünf Unternehmen der Region. Außerdem lernen sie den Alltag in ihren Gastfamilien kennen.

Schüleraustausch unter den Verbrüderungspartnern

„Die Schüler waren sehr aufgeregt, was auf sie zukommt. Außerdem sind wir seit 5.15 Uhr unterwegs und müde. Aber wir sind alle begeistert von dem warmherzigen Empfang in Schwarzenbek“, sagte Fachlehrer Ryan Lippens am Sonntagnachmittag beim offiziellen Empfang mit Bürgermeister Norbert Lütjens und Bürgervorsteher Rüdiger Jekubik im Festsaal des Rathauses. Die Belgier haben bereits einige Erfahrungen mit dem Praktikanten-Austausch, der über das Erasmus-Programm der Europä­ischen Union gefördert wird, gesammelt.

„Wir haben seit zwei Jahren einen Austausch mit dem italienischen Cesenatico und unserer französischen Partnerstadt Aubenas. Davor waren unsere Schüler bereits in London und Newbury in England. Jetzt hoffen wir, den Austausch mit Schwarzenbek ausbauen zu können“, sagte Ryan Lippens gegenüber unserer Zeitung. Der Fachlehrer der belgischen Mittelschule organisiert das Austauschprogramm und fand in der Verbrüderungs­sekretärin Vera Kohns eine engagierte Mitstreiterin.

Weiteres Kapitel der Verbrüderung

„Wir schlagen mit dem Austausch von Praktikanten ein weiteres Kapitel unserer seit den 1950er-Jahren bestehenden Verbrüderung auf.

Das ist gerade jetzt besonders wichtig, um Diktatoren wie Putin zu zeigen, dass die Menschen in Europa in Frieden leben wollen“, betonte Bürgervorsteher Rüdiger Jekubik (SPD) beim Empfang der Schüler und deren Gastgebern im Festsaal des Schwarzenbeker Rathauses.

„Die Schüler und ihre Begleiter haben 630 Kilometer zurückgelegt, um hier zwei Wochen einen Einblick in unser Arbeitsleben und unsere Gesellschaft zu bekommen.

Wir freuen uns trotz der schwierigen Zeit mit Corona und dem Krieg in der Ukraine auf diese Begegnung, die neue Dynamik in unsere Verbrüderungsarbeit bringt“, betonte Bürgermeister Norbert Lütjens.

Regelmäßige Begegnungen

Die Verbrüderung mit Zelzate, Aubenas und Sierre (Schweiz) besteht seit 1955. Wenig später kam das holländische Delzijl mit in den Städtebund. Allerdings lösten sich die Niederländer 2011 aus der Partnerschaft.

Die Verbrüderung lebt von regelmäßigen Begegnungen durch Delegationen, Jugendgruppen, Schüleraustausch und Besuchen von Vereinen oder Feuerwehren. Wegen der Corona-Pandemie fand die Verbrüderungsarbeit allerdings in erster Linie digital statt.

Belgien lädt Schwarzenbeker Schüler ein

„Es ist gut, dass wir mit dem Besuch der Praktikanten jetzt wieder in die aktive Verbrüderungsarbeit einsteigen“, sagte ­Vera Kohns. „Dieser Besuch ist keine Einbahnstraße. Wir hoffen, den Austausch zu verstetigen, und vor allem hätten wir auch gerne Praktikanten aus Schwarzenbek bei uns“, ergänzte Ryan Lippens.

Während des zweiwöchigen Aufenthalts in Schwarzenbek leben die sechs Schüler in Gastfamilien und absolvieren Praktika bei der Immobiliengesellschaft ID Nord, im Reisebüro Neumann, im Jugendzentrum, im Sportclub Schwarzenbek, in der offenen Ganztagsschule Nordost und in der Tanzschule Steps in Müssen. Ihr Lehrer wohnt in Schröders Hotel.

( sh )