Kids World

Paradies für Schwarzenbeks Kinder in der alten Bankfiliale

Die Verkäuferinnen Tina Wandahl (l.) und Merle Reimers waren mit der Resonanz am Eröffnungstag sehr zufrieden.

Die Verkäuferinnen Tina Wandahl (l.) und Merle Reimers waren mit der Resonanz am Eröffnungstag sehr zufrieden.

Foto: Marcus Jürgensen

Fachgeschäft für Spiel- und Schreibwaren soll Kunden in die Innenstadt locken.

Schwarzenbek. Die Zeit des Leerstands ist passé: In der ehemaligen Filiale der Hypovereinsbank an der Lauenburger Straße 3, in der kurzzeitig auch ein türkischer Supermarkt residierte, ist jetzt das Spiel- und Schreibwarengeschäft „Kidsworld“ eingezogen. Eigentlich hatte Betreiber Joachim Barkow schon vor zwei Wochen öffnen wollen, doch bestellte Ware war nicht rechtzeitig eingetroffen.

Für ein EC-Kartenlesegerät kurz nach Kassel

Kurz vor der Eröffnung gab es dann noch Probleme mit dem Kassensystem: Das von der Bank gelieferte EC-Kartenlesegerät erwies sich als nicht kompatibel. „Zur Eröffnung einen Zettel schreiben und an die Kasse heften, dass nur Barzahlung möglich ist, das wollte ich nicht“, so Barkow. Also setzte er sich am Freitag selbst ins Auto, um in Kassel ein neues, kompatibles Lesegerät abzuholen. Wegen zahlreicher Staus war er zehn Stunden unterwegs und am Eröffnungstag entsprechend müde: Dennoch freuten sich Barkow und seine Partner über die große Resonanz der Schwarzenbeker.

Zahlreiche Eltern und ihre Kinder schauten sich am Eröffnungstag am vergangenen Sonnabend das Angebot an. Wegen der Coronapandemie hatten die Inhaber auf eine große Feier verzichtet. Maximal 15 Personen dürfen laut Hygienekonzept das 220 Quadratmeter große Geschäft zeitgleich betreten. „Wir müssen jetzt nicht mehr bis nach Geesthacht fahren“, freute sich die Schwarzenbekerin Simone Killer, die bisher die Spielwarenabteilung des Kaufhauses Nessler für ihre Einkäufe nutzte. „Das Angebot ist interessant“, befand auch Maren Mücke aus Grabau, die Spielwaren vorwiegend im Internet bestellt hat.

Lob für den Mut, in Coronazeiten ein Geschäft zu eröffnen

Nicht ganz so zufrieden mit dem Angebot war Pastor und Modelleisenbahn-Fan Andreas Schöer: „Das Sortiment ist zwar groß, aber es gibt nichts, was ich nicht schon habe.“ Er lobte aber den Mut von Barkow und seinen Geschäftspartnern, in Coronazeiten so ein Geschäft aufzumachen. Die setzen beim Angebot in Schwarzenbek auf die Bestseller, die im Möllner Spielefachgeschäft von Tochter Jenny Barkow („Spielewelt“) bereits gut laufen. Dazu gehören unter anderem die „Top Models“ von Depesche aus Geesthacht ebenso wie Modellautos oder Holzspielzeug von Goki aus Güster.

Kritik: Sortiment überschneidet sich mit dem anderer Anbieter

Dass die Kleine Zauberkiste bei Spielwaren im Kinder und Kleinkinderbereich oder die Buchhandlung LeseZeit bei Schreibwaren ein ähnliches Sortiment aufweisen, war den meisten Kunden klar. „Ich werde der Kleinen Zauberkiste auch weiterhin die Treue halten“, bekannte eine Mutter – aber eben auch in der Kids World einkaufen. Kritischer war überraschenderweise das Echo auf die Neueröffnung bei den Einzelhändlern ringsum: Leerstände seien zwar nie gut und jede Neueröffnung, die Leben ins Zentrum bringe, sei willkommen. Weil aber das Sortiment dem anderer Geschäfte oder Ketten wie etwa Rossmann oder dem Aktionswarenmarkt „Action“ ähnele, sei nicht wirklich eine Bereicherung des Angebots in der Stadt festzustellen, so der Tenor.

WVS-Vorsitzende widerspricht: Fachgeschäft ist Bereicherung

Dem widerspricht die Vorsitzende der Wirtschaftlichen Vereinigung (WVS), Doris Lehmann: „Das Angebot bietet sicherlich gerade den jungen Familien aus den Neubaugebieten weitere gute Gründe, um in die Innenstadt zum Einkaufen zu kommen und dabei auch die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten insgesamt zu entdecken. Es ist – ganz besonders für die beiden Ladenzeilen in der Lauenburger Straße – ein absoluter Zugewinn.“