Schwarzenbek.

Endgültiges Aus für die Ampel

Verkehrszählung  In Spitzenzeiten nutzen nur 27 Menschen pro Stunde den Überweg an der Berliner Straße

Schwarzenbek.  An zwei Tagen wurden an der Berliner Straße Fußgänger, Radfahrer und Autos gezählt. Jetzt liegt das Ergebnis vor und es ist ernüchternd: Die Zahlen reichen nicht, um als Ersatz für die Ampel einen Zebrastreifen anzulegen.

Mindestens 50 Personen pro Stunde hätten dafür die Straße queren müssen, die extra installierte Kamera zählte jedoch nur 27 in der Spitzenzeit am Morgen und dies, obwohl die Gemeinschaftsschule mit ihren 900 Schüler nur wenige Meter entfernt ist. Jeweils von 7 bis 18 Uhr wurden mit der Überwachungskamera am 31. Januar und 1. Februar in Höhe der Ampelanlage Berliner Straße/Am Großen Schmiedekamp 1574 und 1585 Fahrzeuge gezählt. Dem gegenüber stehen jeweils 175 querende Passanten am Mittwoch und 162 am Donnerstag.

Um den Schulweg sicherer zu machen, wurde die Bedarfsampel vor mehr als 30 Jahren aufgestellt. Jetzt muss sie verschwinden, denn seit 2015 ist der gesamte Bereich eine Tempo-30-Zone, in der laut Paragraf 45, Absatz 1 c der Straßenverkehrsordnung „Lichtzeichenanlagen“ nicht erlaubt sind.

„Die Zählung wurde sogar in der Presse angekündigt. Wenn den Eltern der Schulkinder diese Querung so wichtig ist, hätten sie die beiden Tage ja nutzen können“, nahm der Bauausschussvorsitzende Matthias Schirmacher (Grüne) die Entscheidung des Fachdienstes Straßenverkehr des Kreises zur Kenntnis. Nicht so jedoch Ausschussmitglied Dieter Nehlsen (FDP): „Ich halte die Ampel durchaus für erhaltungswürdig. Auch Tempo 30 verhindert nicht, dass es dort zu einem Unfall kommen könnte“, kündigte Nehlsen Widerstand gegen die Entscheidung des Kreises an, obwohl ihn Heinz-Werner Rose (SPD) noch zu belehren suchte, dass es sich dabei nicht um Kreis-, sondern um Straßenverkehrsrecht handele.

In ihrer nächsten Sitzung wollen die Bauausschussmitglieder nun beraten, wie der Kreuzungsbereich offener gestaltet werden kann, etwa durch den Wegfall von Parkplätzen am Straßenrand. Rose schlug zudem Tempo 20 und Schülerlotsen vor.