Schwarzenbek

Schwert-Experte schmiedet Tisch für St.-Franziskus-Kirche

Luther-Rose kehrt in das altehrwürdige Gotteshaus zurück

Schwarzenbek.  Eigentlich sollte er schon Ende des vergangenen Jahres fertig sein, nun ist er endlich da: ein Kerzentisch aus Kupfer in Form einer Luther-Rose. „Schon lange haben sich die ehrenamtlichen Kirchenhüter so einen Tisch gewünscht. Dank einiger Spenden ist das Projekt jetzt realisiert worden“, sagt Pastorin Christiane Klinge. Der Kankelauer Kunstschmied Sören Binger hat den Tisch gefertigt. Am Sonntag wird er beim Gottesdienst in St. Franziskus (Beginn 9.30 Uhr) eingeweiht.

„Der Tisch greift die Form der Luther-Rose wie im Siegfried-Assmann-Fenster über der Eingangstür der Kirche auf“, erläutert Pastorin Christiane Klinge. Zu den Kirchenöffnungszeiten Mittwoch und Sonnabendvormittag (während der Wochenmärkte) und zu den Gottesdiensten sind Kirchenbesucher eingeladen, hier zusammen mit ihren Gebeten ein Licht aufzustellen.

Das Herz in der Mitte des Tisches besteht aus rötlichem Kupfer, die äußeren Blütenblätter sind im Feuer blau geflammt, der weiße Sand nimmt die Gebetslichter auf, die den Tisch in einen goldenen Schein tauchen. So beziehen sich die Farben des Leuchters auf die im Lutherwappen. „Auch in den Glasfenstern unserer Kirche vor ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg waren viele kleine Luther-Rosen eingebaut. Kürzlich überbrachte uns Glasermeister Hans Behrendt (99) Teile dieser Fenster, die er bei Renovierungstätigkeiten in den Nachkriegsjahren von 1947 bis 1949 gerettet hatte. Darunter sind auch zwei figürliche Köpfe: Maria und der Apostel Paulus – und viele runde grüne Scheiben in Form der Luther-Rose“, erläutert die Pastorin.

Schmiedekunst

Sören Binger (36) aus Kankelau ist Kunstschmied. Sein Traumberuf. Schon in der Schule las er alles über Schmiedhandwerk und Mittelalter. Seine Spezialität sind Klingen und alles, was aus Bronze und Kupfer hergestellt werden kann. Binger machte seinen Abschluss 2001 an der Dörfergemeinschaftsschule Schwarzenbek Nordost und absolvierte dann eine Ausbildung in einer Schmiedebauschlosserei in Mühlenrade und in der Berufsfachschule Eckernförde. Heute hat er eine eigene Kunst- und Klingenschmiede in Kankelau.