Schwarzenbek

Zerstörungswut auf den Spielplätzen

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Denise Ariaane Funke

Begehung: Sorgen wegen defekter Spielgeräte und Scherben

Die 25 Spielplätze der Stadt werden im bisherigen Umfang wohl nicht erhalten werden können. Das ist das Fazit aus einer Begehung. Allein der Abbau der etwa zehn Meter hohen "Affenschaukel" auf dem Spielplatz am Veilchenweg, die bereits vor mehr als einem Jahr stillgelegt wurde, weil Stahlträger aus dem Holzrahmen brechen könnten, wird 10 000 Euro kosten. "Für die Arbeiten müssten zwei Kräne anrücken. Da ist zu überlegen, ob man nicht gleich eine neue Schaukel aufbaut. Das würde dann 20 000 Euro kosten", sagt Bauhofleiter Michael Timm.

Erste Station der zweistündigen Begehung war jedoch die Spielfläche am Grover Weg, das erklärte Sorgenkind der Bauhofmitarbeiter. Denn die Fläche wird an den Wochenenden regelmäßig zum Partymachen genutzt. "Meine Mitarbeiter und ich sammeln hier jeden Montagmorgen zwei große Müllsacke mit Glasscherben und Unrat auf"; berichtet Timm. Jährlich wird die Stadtkasse für derartige Aufräumarbeiten mit 10 000 Euro belastet. Auch bei der Begehung mussten die von Mitgliedern des Kinder- und Jugendbeirats begleiteten Politiker nicht lange suchen. Der Beirat hatte den Zustand der Spielplätze bereits bemängelt, (wir berichteten). Obwohl Bauausschussmitglied Stefan Rumpf-Ott (SPD) schon kurz vor dem Termin einen Mann und ein Mädchen beobachtet hat, die leere Flaschen und Scherben aufsammelten, "stolperte" Roman Larisch (CDU) über eine leere Wodkaflasche. "Der Bauwagen ist auch schon attackiert worden. Nicht nur, dass er beschmiert wurde - es wurde eingebrochen und die Toilette zerstört", erklärte Timm.

Auch auf dem Spielplatz an der Rudolf-Kinau-Straße ist die Handschrift von Vandalismus zu entdecken. Das hölzerne Klettergerüst auf dem Hügel wurde an einigen Stellen in Brand gesteckt. Das Resultat: Einige Dielenbretter sind durch großflächige Löcher gezeichnet, ein Balken ist durch das Feuer stark beschädigt. Aber auch sonst stehen auf dem etwa 15 Jahre alten Spielplatz umfangreiche Erneuerungsarbeiten an. Die Spieltürme müssen erneuert werden, ebenso der Pfosten an der Hängebrücke. Durch die Witterung haben sich an einigen Stellen Schrauben hochgedrückt. Dinge die im Laufe der Jahre zwangsläufig entstehen. Ärgerlich ist nur, dass Geräte auf den Spielplätzen immer wieder durch Vandalismus beschädigt werden. Auf den Spielplatzen gibt es zwar jeweils Hinweisschilder, die das Alterslimit der Benutzer mit 14 Jahren regeln und besagen, dass die Fläche nach 20 Uhr nicht mehr benutzt werden darf.

Kontrolliert wird dies auf den Spielplätzen der Stadt aber offenbar nicht. Warum das so ist, konnten die anwesenden Politiker nicht beantworten.

Geklärt werden muss auch noch, in welchem Umfang die Spielgeräte erhalten und erneuert werden können. "Wir müssen nun ermitteln, welche Spielplätze stark frequentiert sind und welche nicht. Anstehende Arbeiten sollten nach und nach erledigt werden, dabei sollten die stark frequentierten Spielplätze an erster Stelle stehen", sagt der Ausschussvorsitzende Oliver Panak (Bündnis 90 /Grüne).

Der Bauausschuss tagt heute Abend um 19 Uhr im Sitzungsraum 415 des Rathauses, Ritter-Wulf-Platz 1. Neben den Etatberatungen für 2014 stehen der Große Schmiedekamp und die Uhlenhorst auf der Tagesordnung.