Fotoausstellung

Wenn die Ziege das Nashorn stupst

Schwarzenbek. Die Fotofreunde Schwarzenbek zeigen in ihrer aktuellen Ausstellung im Rathaus beeindruckende Tierfotos aus norddeutschen Zoos. Die Aufgabe an die Hobbyfotografen war, die Tiere so zu fotografieren, dass die Zooumgebung nicht zu sehen ist. Für die Fotoamateuere oftmals eine Geduldsprobe.

Übermütig nähert sich die kleine Ziege dem riesigen Nashorn, das sich mittags in den Sand zur Ruhe gelegt hatte, und will mit dem Dickhäuter spielen. Die Ziege stupst mit ihren Hörnern frech gegen das Nashorn. Das tonnenschwere Tier schnaubt genervt durch die Nüstern und wirbelt damit Sand auf. Genau in diesem Monat drückt Jutta Burmester auf den Auslöser ihrer Nikon D 70.

Das Mitglied der Fotofreunde Schwarzenbek hatte die Tiere im Schweriner Zoo schon länger beobachtet. Sie hatte sich auf eine Bank gestellt, um besser über die Umzäunung blicken zu können und just im dem Augenblick auf den Auslöser gedrückt, als die Tiere „Horn an Horn“ waren. Ihr Foto ist eines der besten, das während eines Workshops der Fotofreunde entstand und ist nun im Foyer des Rathauses zu sehen.

„Wir haben Zoos in Norddeutschland besucht. Die Aufgabe war, die Tiere so zu fotografieren, dass die Zoo-Umgebung nicht erkennbar ist“, erklärt der Club-Vorsitzende Stefan Stauch. Einen Tipp für Hobbyfotografen hat Michael Manske: „Wenn man gute Fotos von Tieren machen will, muss man sie vorher ausführlich beobachten.“ So gelang ihm ein berührendes Foto des kleinen Elefantenbabys „Assam“ im Hamburger Tierpark Hagenbeck: Der kleine Elefant schlingt seinen Rüssel um den Schwanz der Mutter, um sich festzuhalten und Orientierung zu haben.

Geduld bewies auch Jutta Burmester. Sie beobachtete eine Libelle, die minutenlang umherflog und sich immer wieder auf dieselbe Pflanze setzte. Dann stellte die Fotografin das Stativ mit der Kamera auf und machte ein viel bestauntes Foto von dem zarten Insekt. Die fast durchsichtigen Flügel entfalten sich in ganzer Pracht und zeigen die Farben des Regenbogens.

„Tierporträts gelingen, wenn man sich auf die Augenhöhe der Tiere begibt. Das ergibt einen wesentlich interessanteren Blickwinkel als wenn man als Fotograf in seiner Position bleibt“, sagt Stauch. So entstanden nicht nur technisch beeindruckende Porträts von Bären, Zebras und Orang Utans, die nicht die Gestalt der Tiere zeigen, sondern über deren Gesichtsausdruck auch eine Verbindung zum Betrachter schaffen.

Die Ausstellung mit 40 Tierfotos ist noch bis Sonnabend, 27. Oktober, während der üblichen Öffnungszeiten im Rathaus-Foyer am Ritter-Wulf-Platz 1 zu sehen.