Landeserntedankfest

Beim Feiern die übrige Welt nicht vergessen

Breitenfelde (cus). Bis das alljährlich gemeinsam von der evangelischen Landeskirche und der Landesregierung ausgerichtete Erntefest wieder im Kreis Station macht, können Jahrzehnte vergehen.

Umso erleichterter war Breitenfeldes Bürgermeisterin Anne Fröhlich, dass nach dem Dauerregen der vergangenen Tage am gestrigen Sonntag zumeist die Sonne schien: "Ich habe den Wetterbericht verfolgt und war deshalb schon einigermaßen optimistisch."

Nach Pinneberg (2010) und Nortorf bei Neumünster (2011) richtete am Sonntag das 1900 Einwohner zählende Dorf im Lauenburgischen die Feier aus - und fast 5000 Gäste kamen. Der Tag begann mit einem Gottesdienst in der Breitenfelder Kirche. Zuvor hatte die Landjugend Bischöfin Kirsten Fehrs eine Erntekrone und die Bäckerinnung ein Erntedankbrot überreicht. Für Fehrs ist Gerechtigkeit ein wichtiger Aspekt von Erntedank: "Wir müssen die Welt im Blick behalten und deutlich machen, wie ungerecht die Güter auf dieser Welt verteilt sind."

Die Bedeutung des Erntedankfestes betonten auch die Gastredner: "Wie bewusst ist uns im 21. Jahrhundert noch das Einbringen der Ernte - wo doch im Supermarkt Erdbeeren im Dezember - aus China eingeflogen - und Spargel im Oktober zu finden sind", fragte Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU).

Innenminister Andreas Breitner (SPD), der für den grünen Landwirtschaftsminister Robert Habeck eingesprungen war, ließ keinen Zweifel an seiner Eignung aufkommen: "Ich war neun Jahre Bürgermeister von Rendsburg. Das bedeutet: Neun Jahre Landesbauerntag und neun Jahre Norla." Schleswig-Holstein sei zwar eine Spitzenregion im Bereich Landwirtschaft und dennoch werde immer wieder deutlich, auf welch tönernen Füßen das Ganze stehe, wenn eine Milliarde Menschen nicht genug zu Essen haben, so der Innenminister.

Beim Erntefest, für das extra die Dorfstraße gesperrt wurde, durften die Besucher aber ohne schlechtes Gewissen schlemmen, denn ob Erntebrot der Bäcker oder Torten der Landfrauen - alle Einnahmen kommen der Aktion "Brot für die Welt" zugute.