Hundesport

Flotter Einsatz auf flinken Pfoten

Schwarzenbek. Mica, der sechsjährige Jack-Russel-Mix von Corinna Brusch, konnte das Startzeichen für den Lauf durch den Agility-Parcours kaum erwarten und lief freudig los. Doch schon bei der ersten Hürde riss er die Stange herunter.

"Das war mein Fehler. Wenn der Hund etwas nicht schafft, ist es zu 99,9 Prozent der Fehler des Menschen", sagt Micas Besitzerin und erklärt: "Ich habe den Hund beim Start falsch abgelegt, zu dicht vor der Hürde."

Der Patzer blieb jedoch der einzige Fehler des Duos: Ansonsten absolvierte Mica den Lauf mit Hürden, Tunnel, Wippe, Laufsteg und Slalom sehr schnell und in der richtigen Reihenfolge. Dafür bekamen Mica und Corinna Brusch die Note "Vorzüglich" und den Siegerpokal beim Turnier des Agility-Hundesport-Vereins Schwarzenbek in ihrer Kategorie "A 1 small".

Weil der Hund beim Agility weder Halsband noch Leine trägt, muss der Hundeführer allein durch Körpersprache, Handzeichen und Rufe dem Hund die Richtung durch den Parcours vorgeben. Dabei ist nicht nur wichtig, dass der Hund den richtigen Weg einschlägt, sondern auch die Hindernisse korrekt abarbeitet. Weil Mica eine Stange gerissen hat, müssen sich er und "Frauchen" Corinna Brusch noch etwas gedulden: "Schade. Nach drei Prüfungen ohne Fehler steigen wir in die nächste Kategorie A 2 small auf. Dies wäre unser zweiter fehlerfreier Lauf gewesen. Aber das schaffen wir dann eben später", sagt die 36-Jährige, die eine erfahrene Hundesportlerin ist. "Ich war 13 Jahre alt als ich damit anfing. Damals gab es noch den Deutschen Schäferhundeverein mit seinem Domizil an der Schützenallee", erinnert sich Brusch. Den Agility-Hundesportverein Schwarzenbek hat sie vor zwölf Jahren mitgegründet.

Ein- bis zweimal in der Woche trainiert sie mit Mica. "Wir haben schon im Welpenalter angefangen", blickt sie zurück. Allerdings dürfen die jungen Hunde mit Rücksicht auf den Bewegungsapparat noch nicht das volle Programm trainieren. Sie springen dann nicht über die Hürden, sondern laufen durch. Auch die anderen Hindernisse wie feste und lose Tunnel, der Laufsteg und die Wippe werden langsam erkundet. "So werden Hund und Halter ein Team, und das ist das Schöne an diesem Hobby", schwärmt Brusch.

Am Sonnabend teilte sie dieses Hobby mit 98 anderen Hundesportlern, die an dem Turnier teilnahmen. Der Regen hatte den Boden stark aufgeweicht, so dass es für Mensch und Tier eine größere Herausforderung als sonst war. Dennoch absolvierten die meisten Paare den anspruchsvollen Parcours fehlerfrei.