Großkontrolle

Drogentest mit Taschenlampe

Lanken (tja). "Guten Tag, allgemeine Verkehrskontrolle." Freundlich, aber bestimmt überprüften neun Polizisten aus Schwarzenbek und Geesthacht am Freitag bis in die Abendstunden den Verkehr auf der Bundesstraße 207 in Lanken.

Ziel: Vor allem Autofahrer, die das Wochenende nach Schulschluss oder Feierabend mit dem einen oder anderen Joint oder Alkohol eingeläutet hatten, aus dem Verkehr zu ziehen. Zu oft verursachen solche Fahrer im Kreisgebiet schwere Unfälle. 2011 stellten Polizisten im Direktionsbereich bei Kontrollen mehr als 700 Mal unzulässigen Alkohol- und Drogenkonsum bei Autofahrern fest.

"Die Erfahrung zeigt, dass leider oft schon tagsüber unter Einfluss von Alkohol oder Drogen wie Cannabis Auto gefahren wird", sagte Einsatzleiter Daniel Stephan. Der Leiter der Polizeistation Schwarzenbek-Land hatte Spezialisten zu der Kontrolle zusammengezogen. Schon die Anhalteposten stoppten nur die Fahrer und Autos, die den Eindruck machten, als könnte etwas nicht in Ordnung sein. Stephan: "Während Alkohol sich bereits relativ schnell im Körper wieder abbaut, bleiben die negativen Begleiterscheinungen des Drogenkonsums länger erhalten. Wer regelmäßig Joints raucht, ist also fast ununterbrochen eine Gefahr im Straßenverkehr."

So mussten dann am Freitag auch mehrere Autofahrer mit auffälligen Pupillenreaktionen einen Drogen-Schnelltest am Straßenrand absolvieren. Ein Tropfen Urin reicht bei diesen Schnelltests aus, um konkrete Hinweise auf illegale Drogen festzustellen. Dann folgen eine Blutprobe, die Mitteilung an die Führerscheinstelle und oft der Entzug der Fahrerlaubnis. Bei Wiederholungstätern werden sogar Nachweise der Abstinenz verlangt, ehe eine neue Fahrerlaubnis ausgestellt wird. Für viele Arbeitnehmer, die auf das Auto angewiesen sind, eine schlimme Folge. "Oft sind die Menschen sich dem gar nicht bewusst", sagte Stephan.

Vorwiegend junge Männer im Alter bis 25 Jahre sind es, die bei solchen Kontrollen wie auf der B 207 mit positiven Testergebnissen auffallen. Die Polizei hofft neben den konkreten Maßnahmen bei der Kontrolle auch allein durch die Präsenz auf einen präventiven Effekt. Stephan: "Wir zeigen hier durch die Kontrolle deutlich, dass die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, hoch ist. Das hilft hoffentlich, um den einen oder anderen Konsumenten zum Nachdenken zu bewegen, sich nicht ans Steuer zu setzen."

Um so massiv wie in Lanken auftreten zu können, treffen sich die auf Drogenerkennung geschulten Beamten der Stationen aus Schwarzenbek, Geesthacht und Lauenburg regelmäßig zu gemeinsamen Kontrollen. Und die Trefferquote ist hoch. Auch, weil viele Pendler im Lauenburgischen unterwegs sind.