Uhlenhorst

Alter Friedhof öffnet seine neue Pforte - Viele Spender

Schwarzenbek (cus). Vor 174 Jahren übereigneten Schwarzenbeker Bürger der evangelischen Kirchengemeinde ein Stück Land, damit diese an der Uhlenhorst einen Friedhof anlegen konnte.

Mittlerweile haben Generationen von Schwarzenbekern auf dem Friedhof mit 900 Grabstellen ihre letzte Ruhe gefunden. Der ist nach der Anlage des "neuen Friedhofs" an der Möllner Straße im Jahr 1900 nun der "alte".

Mittlerweile ist aus der weiterhin genutzten Grabanlage, die im kommenden Frühjahr ihr 175-jähriges Bestehen feiert, ein kleiner Landschaftspark geworden. Großen Anteil daran hat Gerhard Kolbe. "Als ich vor vielen Jahren im Krankenhaus lag und mit dem Tode rang, stand mir Pastor Huppenbauer bei", erinnert sich der 88 Jahre alte Architekt, Grafiker und Ex-Gastronom ("Uhlendeel"). Kolbe wurde gesund und bedankte sich auf seine Art: Er schuf die Skulptur "Alpha und Omega", die Geburt und Tod symbolisiert. Auch die Zuwegung zum Friedhof, die über städtischen Grund verläuft, ließ er auf eigene Kosten pflastern. Nachträglich beteiligte sich die Stadt mit 1000 Euro. Auch die Restaurierung eines Grabengels (wir berichteten) geht auf den 88-Jährigen zurück: Ein Bronzeabguss der Statue steht auf dem neuen Friedhof, das restaurierte Original auf dem Urnenfeld der Anlage an der Uhlenhorst.

Jetzt hat Kolbe gemeinsam mit dem Freundeskreis "Alter Friedhof" dafür gesorgt, dass auch die Friedhofspforte wie neu aussieht. Seine 500 Euro bildeten die Anschubfinanzierung für eine Spendensammlung der Friedhof-Förderer: Mit Flyern und einem Aufruf in unserer Zeitung hatte der Freundeskreis zu Jahresbeginn um Spenden für die Sanierung des schmiedeeisernen Tores gebeten. "Binnen weniger Wochen kamen 2500 Euro zusammen", berichtet Peter Poenisch vom Freundeskreis: "Viele der 300 Spender sind Anwohner, die auf die Friedhof die Gräber ihrer Familienangehörigen haben."

Auch die Kirche beteiligte sich mit 500 Euro an der Sanierung des verrosteten und schief hängenden Tores, die bei der Metallbaufirma Wittkamp in Sahms erfolgte. "Ich freue mich über dieses Engagement des Freundeskreises, der mittlerweile ein eingetragenes Kulturdenkmal ist", sagt Pastorin Christiane Klinge. Das 175-jährige Jubiläum, das im Frühjahr 2013 gefeiert werden soll, bereitet die Kirchengemeinde ebenfalls mit Unterstützung der Förderer vor.