Sommerkleidung

Händler locken mit hohen Rabatten

Schwarzenbek. "Dieses Wetter hatten wir Heiligabend auch, morgens zwölf Grad und Regen", erinnert sich Margot Pöhlke, Inhaberin des Geschäftes "Petty-Moden" an der Lauenburger Straße 1.

Shirts, Blusen, Sweatjacken und sommerliche Hosen verkauft sie jedoch trotzdem gut, nicht nur weil es für viele Sachen bis zu 50 Prozent Rabatt gibt. Zahlreiche Teile lassen sich nämlich mit hinübernehmen in den Herbst. Die Farben Amethyst, leuchtendes Grün, Gelb oder Beere, mit denen klassische Outfits jetzt peppiger gemacht werden, lassen sich auch in der noch dunkleren Jahreszeit tragen.

So bekommt beispielsweise der Marine-Look in Dunkelblau, Weiß und Rot witzige Akzente mit Tüchern oder Sonnenhüten in Gelb oder hellem Grün. Allerdings hängt die Herbstmode auch schon im Lager: Dieses Jahr bestimmen Cayenne-Rot, Terracotta sowie die Klassiker Beige und Taupe die Mode. "Besonders schön sind die Blusen im Muster- und Materialmix", freut sich die Geschäftsfrau.

Die langärmeligen Blusen gibt es im Paisley und Krawattenmuster, mit schmalen Rüschen an der Knopfleiste. Oft sind sie teilweise mit einer zweiten Lage aus Tüll oder zarter Spitze veredelt.

Die Modeindustrie und die Geschäfte haben sich auf das wechselhafte Wetter eingestellt. "Abgrenzungen von Sommer und Winter gibt es kaum noch - außer bei den warmen Jacken und Mänteln", sagte Ulrike Wedemann, die den "Mode Treffpunkt" in der Passage betreibt. Die Farben werden zum Winter etwas sanfter, aber alles lasse sich gut mit der jetzt vorhandenen Sommerware kombinieren. Auch im Herbst und Winter werden wieder schöne Muster wie Tatoo- oder Tierfelldrucke miteinander in einem Teil kombiniert. Zu leichten, fließenden Stoffen, trägt man im Herbst und Winter Leder.

In den Bekleidungshäusern wie Takko der Ernstings Family, die nicht so gezielt für ihre Stammkundschaft einkaufen, läuft der Verkauf offensichtlich eher schleppend. Dort gibt es teilweise 50 Prozent auf die Sommerware. Bei Ernstings Family an der Lauenburger Straße gibt es ab Freitag sogar noch einmal 50 Prozent Nachlass auf bereits reduzierte Ware wie Bademode.

"Die Stimmung im Einzelhandel ist grundsätzlich gut. Wir haben ein starkes Wir-Gefühl. Das hilft, denn die Situation ist insgesamt schwierig", sagt Uwe Krützmann, Sprecher der Arbeitsgruppe Einzelhandel in der Wirtschaftlichen Vereinigung (WVS). Zuletzt hatten die Kaufleute am vergangenen verkaufsoffenen Sonntag - dem Rosenfest - unter strömendem Regen und niedrigen Temperaturen zu leiden. "Die Aktion war gut, alle haben mitgezogen. Aber die Umsätze sind deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben", sagt Krützmann.

Dieser Trend hält allerdings schon länger an. Schon der Sommer 2011 war kalt und verregnet, so dass viele Einzelhändler Textilien und Accessoires nur über hohe Rabatte loswerden konnten, um Platz für die Herbstkollektion zu schaffen. Dann startete der Winter extrem mild und erst als die Frühlingsware kam, gab es kurz knackigen Frost. So blieb auch die Winterware liegen. Und nun kommt der nächste kalte Sommer. "Es ist für das Überleben wichtig, Ware nicht nur über Rabatte zu verkaufen. Man kann auch einfach einen Mehrwert schaffen, indem man beispielsweise beim Kauf von Badelatschen eine Schwimmbadkarte dazugibt", erzählt Krützmann. Grundsätzlich fehlt in Schwarzenbek auch Vielfalt. "Wir bräuchten Damenunterwäsche, Haushaltswaren und ein Steakhaus", so der WVS-Vize.