Verkehr

Kommt endlich Fahrt in die Schwarzenbeker Umgehung?

Foto: Elke Ammerschubert/Stadt Schwarzenbek / Ammerschubert/Stadt Schwarzenbek

Schwarzenbek. Der Baubeginn für die Umgehungsstraße nimmt nun endlich konkrete Formen an. 2015 soll begonnen werden. Das Projekt wird ca. 5,4 Millionen Euro kosten.

Die gute Nachricht kam Mittwoch pünktlich fünf Tage vor der Landtagswahl: Die seit vielen Jahren von den Schwarzenbekern erwartete nördliche Ortsumgehung, die die Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlasten soll, wird kommen. Und zwar ist nun als Termin für den Baubeginn das Jahr 2015 angepeilt. Nachdem sie anfangs aus dem vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan gestrichen wurde, ist die Straße jetzt wieder drin. Das sagte Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang gestern in Schwarzenbek. Sie kam in Begleitung des CDU-Landtagsabgeordneten Markus Matthießen in die Europastadt.

„Es gibt keine Widerstände in der Stadt gegen das Vorhaben. Also wird alles zügig laufen“, sagte der Lauenburger Christdemokrat. Zwar ist jetzt erst einmal der zweite Bauabschnitt von der Grabauer Straße zum Zubringer Nord geplant, Zieschang gab sich allerdings zuversichtlich, dass auch der Rest von der Lauenburger zur Grabauer Straße zügig in Angriff genommen wird. „Der Bundesrechnungshof duldet keine Sackgassen bei Umgehungsstraßen“, so die Staatssekretärin

Staatssekretärin kündigt baldigen Baubeginn an – Pläne liegen erneut aus

Angekündigt war der Baubeginn schon mehrfach, und eigentlich sollte sie schon lange fertig sein. Passiert ist bislang allerdings nichts, und dann flog das Projekt auch noch aus dem vordringlichen Bedarf der Bundesregierung bis zum Jahr 2015 (wir berichteten). In diesen Pool ist die Straße mittlerweile wieder aufgenommen worden. Das hat Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang aus dem Kieler Verkehrsministerium bei einem Besuch mit dem Landtagsabgeordneten Markus Matthießen (CDU) im Schwarzenbeker Rathaus mitgeteilt. „Ich gehe davon aus, dass es einen Baubeginn vor 2015 gibt“, sagte sie.

Bürgermeister Frank Ruppert hatte angesichts der guten Nachricht scherzhaft einen ersten Spatenstich zu seiner Wiederwahl im Jahr 2014 ins Gespräch gebracht. Matthießen setzt sich schon seit längerem in Kiel für die Ortsumgehung ein. Allerdings kommt die frohe Botschaft vier Tage vor der Landtagswahl natürlich gelegen.

Bevor es losgehen kann mit dem knapp drei Kilometer langen Stück von der Grabauer Straße über die Bundesstraße 207 bis zum Zubringer Nord an der B 404, müssen die Planfeststellungsunterlagen allerdings erneut ausgelegt werden. Das soll bereits Ende dieses Monates geschehen. Grund ist, das ein Teil des Lupus-Parks von Mischbebauung in Wohnbebauung umgewandelt wurde. Deshalb muss der Schallschutz in diesem Bereich optimiert werden.

Die Unterlagen werden bis Ende Juni ausliegen – die genauen Daten stehen aber noch nicht fest. Bauamtsleiter Ralf Hinzmann hofft, dass die Unterlagen bis zum Jahresende im Landesamt für Straßenbau geprüft und genehmigt werden. Das hält Zieschang indes für „sehr sportlich“. Denn Innenminister Klaus Schlie (CDU) hatte auf Wahlkampftour gerade erst verkündet, dass der Weiterbau der A 20 kommen werde. „Dafür wird die Planfeststellung prioritär laufen. Das bindet Personal im Landesamt bis Jahresende. 2013 sind dann wieder Kapazitäten für das Schwarzenbeker Projekt frei“, so die Staatssekretärin.

Die Nordumgehung wird einschließlich Bodenerwerb – der allerdings zum Großteil bereits abgeschlossen ist – 5,4 Millionen Euro kosten. Im Bundesverkehrswegeplan sind die erforderlichen Mittel im vorrangigen Bedarf bereits eingestellt. Denn dort sind nur Vorhaben enthalten, die bis 2015 zumindest begonnen werden sollen.