Hörhilfen

Jetzt bekommt wirklich jeder den Gottesdienst mit

Schwarzenbek (sh). Die St.-Franziskus-Kirche an der Compestraße ist mit insgesamt 250 Sitzplätzen groß, und die Pastoren benötigen ein Mikrofon bei ihren Gottesdiensten, die durchschnittlich von 50 bis 70 Gläubigen besucht werden.

"Gerade die Mikrofonsprache ist aber schon für Menschen mit geringen Hörproblemen schwer zu verstehen. Wir haben immer wieder entsprechende Hinweise von Gottesdienstbesuchern bekommen", sagt Pastorin Christiane Klinge. Einige Christen blieben den Gottesdiensten dann sogar frustriert fern, weil sie ohnehin nichts von der Predigt verstanden haben.

Deshalb hat setzt die evangelische Kirchengemeinde auf moderne Technik, damit die Gläubigen den Andachten auch wirklich folgen können. Aktuell gibt es drei sogenannte Kinnbügelkopfhörer (Stückpreis 150 Euro) und Übertragungstechnik. "Jeder kann die Lautstärke individuell regeln, die Predigt wird über Funk kabellos in die Geräte übertragen. Die Kopfhörer funktionieren an jeder Stelle im Kirchenschiff", sagt Pastorin Christiane Klinge.

Wer diesen Service nutzen möchte, kann Küsterin Marianne Gorgon am Eingang der Kirche Bescheid sagen. Sie gibt die Kopfhörer dann heraus und erklärt bei Bedarf die Bedienung. "Wir wollen die Hörer einen Monat lang ausprobieren. Wenn es positive Rückmeldungen gibt, schaffen wir fünf weitere oder bei Bedarf auch mehr an", so die Pastorin. Das wird die Kirchengemeinde einschließlich der Sendetechnik 1700 Euro kosten. Finanziert wird das Projekt über das freiwillige Kirchgeld, das einige Gemeindemitglieder zahlen und aus der Kollekte.

Premiere für das Projekt war am vergangenen Sonntag. Einer der ersten Nutzer war Hermann Hormann. "Endlich habe ich alles wieder verstanden. Am Anfang war das Gerät aber ein wenig gewöhnungsbedürftig", sagte der 90-Jährige. Auch Lieslott Rüder (88) war begeistert: "Ich habe fast nichts mehr verstehen können. Jetzt klappt es wieder und die Bedienung ist wirklich sehr einfach."