Innenstadt

Probleme am Tag 1 nach dem Brand

Schwarzenbek. Auch einen Tag nach dem Großbrand in der Tiefgarage an der Schmiedestraße lief das öffentliche Leben im Stadtzentrum gestern weiter mit massiven Einschränkungen. E.on musste eine Mittelspannungsstation in der Tiefgarage abschalten, Telefon- und Internet gingen gar nicht, Autobesitzer konnten ihre vom Ruß geschwärzten Fahrzeuge noch nicht inspizieren.

Der Geschenkartikelladen in der Passage musste geschlossen bleiben - über einen Kellerzugang hatte sich giftiger Rauch ausgebreitet.

In der Kreissparkasse an der Berliner Straße nahmen die mehr als 50 Mitarbeiter gestern wieder ihren Dienst auf. "Unsere Klimaanlage hat wohl verrauchte Luft angesogen", sagte Mitarbeiter Sebastian Neubecker. Dadurch wurden die Mitarbeiter auf das Feuer aufmerksam, Augenblicke später löste schon der interne Feueralarm aus. Neubecker: Es gab ja für solche Fälle schon Übungen, hier hat man gesehen, dass alles so wie geplant klappt." Vorstandschef Rainer Burghardt machte sich gestern Morgen ein Bild von der Situation.

Da war die Tiefgarage noch immer gesperrt. Ermittler der Polizei untersuchten die Brandstelle. "Bisher können wir noch nichts zu einer Ursache sagen", erklärte Felix Schmidt, der stellvertretende Kripochef in Geesthacht. Auch die Schadenshöhe lässt sich noch nicht beziffern. Wegen der Schäden an den Versorgungsleitungen, der Bausubstanz und den geparkten Fahrzeugen dürfte sie aber mindestens im sechsstelligen Bereich liegen.

"Irgendwie müssen wir den Geschäftsbetrieb jetzt aufrechterhalten", sagte Barbara Strehler von Optiker Bode. Ohne Telefon und Internet mussten Bestellungen weitergegeben und Kundenanfragen bearbeitet werden. "Zum Glück ist niemandem ernsthaft etwas passiert, das ist das Wichtigste", sagte sie. Den beiden Menschen, die Rauchvergiftungen erlitten hatten, geht es mittlerweile besser. Durch ihren Großeinsatz hatten 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei Schlimmeres verhindert.

"Es ist natürlich komisch, dass der Rauch aus der Tiefgarage durch mehrere Treppenhäuser in die Flure, Wohnungen und Geschäfte gezogen ist. Aber in der Garage standen Türen offen - möglicherweise von Anwohnern geöffnet, die nachgesehen hatten, was los ist. Und dann vor Schreck davongelaufen sind", sagte Feuerwehrchef Martin Schröder. Dadurch waren die Bewohner in Lebensgefahr, Rauch versperrte ihnen den Fluchtweg, sodass die Feuerwehr teilweise luftdichte Fluchthauben zur Rettung einsetzen musste.

"Ohne Strom ging bei uns am Dienstag nichts mehr", sagte Zahnarzthelferin Charline Spudig aus einer Praxis in der Passage. Einen Patienten brachten Feuerwehrmänner in Sicherheit. "In der Garage war es extrem heiß, weil sich die Hitze des Feuers staute", berichtete Feuerwehrmann Jan Gadermann. Er gehörte mit Kai-Peter Grasse zu den ersten Rettern, die in der Tiefgarage im Einsatz waren.