Schule

So macht Platt richtig Spaß

Schwarzenbek (rz). "Moin, moin leeve Lüüd", sangen die Kinder der Plattdeutsch-AG der Weingarten-Grundschule Lauenburg im Festsaal des Schwarzenbeker Rathauses und eröffneten mit dem fröhlichen Lied den "Plattdeutschen Nachmittag".

Mit Gedichten, Theaterstücken, Sketchen und Gesang zeigten Schüler aus Schwarzenbek, Aumühle, Büchen, Börnsen und Lauenburg, wie gut sie die niederdeutsche Sprache beherrschen. Alle zwei Jahre laden die Schüler des Kreises zu einem "Plattdeutschen Nachmittag" ein.

"Platt, vertellst Du, nix för mi! Ick segg di: Dumm Snackerie. Spraken hör'n to uns Kultur as de ole Karkhoffsmuer", sagten die Lauenburger Kinder in ihrem Gedicht. Aber die 80 Schüler, die für 200 Gäste im Saal das Programm gestalteten, wissen das längst. Wie alte Hasen, schnackten sie Platt, sodass Bürgermeister Frank Ruppert staunte. Seine Begrüßung sprach er auf Hochdeutsch. "Plattdeutsch war früher für die Handelsleute so wichtig wie heute Englisch. Leider kann ich kein Platt", sagte er. Die Aufführung hat er aber doch verstanden. Als Ingrid Bindzus, die an den Schulen des Kreises für die Förderung des Niederdeutschen zuständig ist, ihn fragte, ob er auch mal "backen bleven" ist, schüttelte er den Kopf. Ums Sitzenbleiben ging es in dem Gedicht von Hermann Claudius, das Lena Harms von der Fürstin-Ann-Mari-von Bismarck-Schule aus Aumühle rezitierte. Auch um Freundschaft, Missverständnisse beim Arztbesuch und das Märchen "Aschenputtel" drehten sich die Aufführungen. Der Spaß an der Sprache und dem Spielen auf der Bühne war allen anzusehen. Mit dem Text "Isenbahn-Oma" gab Rosbeh Hamidzadeh Khayyat aus der sechsten Klasse des Schwarzenbeker Gymnasiums einen Zungenbrecher zum Besten. "Ich kann Deutsch, Englisch, Persisch und Plattdeutsch. Sprachen machen mir einfach Spaß, egal ob neue oder alte", sagte der elfjährige Iraner. Er übt das Niederdeutsche in seiner Freizeit mit Irene Schnoor, der Plattdeutsch-Beauftragten Schwarzenbeks.