Schule Nordost

BOSS hilft Hauptschülern bei der Suche nach einem Job

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Schwarzenbek (aet). Ständig nur Theorie pauken kann manchmal ganz schön langweilig werden - und der Bezug zur späteren Berufspraxis wird auch nicht immer so deutlich.

"Wofür soll ich das lernen, brauch ich eh nicht", denkt so mancher Jugendliche. Die Grund- und Hauptschule Nordost schaut durch die Brille der Schüler und bringt mit realem Praxisbezug Spannung in den Unterrichtsalltag. BOSS heißt das Konzept.

Dahinter verbirgt sich eine Kombination von berufsorientierten und schulischen Schwerpunkten für handwerkliche und kaufmännische Berufe. Insgesamt zwei 14-tägige Praktika, jeweils in der achten und in der neunten Klasse, stehen auf dem Lehrplan, ein drittes ist gerade in Vorbereitung.

"Wir pflegen sehr gute Kontakte zu den umliegenden Firmen und im Stormarner Bereich. Außerdem arbeiten wir intensiv mit dem Institut für berufliche Qualifikation (IFBQ) zusammen", erläutert Jürgen Völker, Klassenlehrer und Koordinator des BOSS-Projekts.

Als einer von vier Standorten im Kreis hat die Schule Nordost vor drei Jahren zusätzlich die sogenannte "Flexible Übergangsphase" eingeführt. So können Schüler die achte und neunte Klasse statt in zwei auch in drei Jahren absolvieren, ohne dass es als "Sitzenbleiben" gewertet wird. Ziel hierbei ist es, in jedem Fall einen qualifizierten Abschluss abzulegen.

Achtklässler bekommen Gelegenheit, sich einen Tag pro Woche am Institut für berufliche Qualifikation fortzubilden, Schüler der neunten Klasse besuchen einen Tag pro Woche ein bestimmtes Unternehmen und arbeiten dort mit. Darüber hinaus werden individuelle Fördermaßnahmen am Nachmittag einbezogen, die für die Schüler verpflichtend sind.

Gegenwärtig sind 26 Schüler in der Flex-Maßnahme. "Es könnten mehr sein", so Jürgen Völker, aber die Fördermittel der EU sind begrenzt. Um in den Genuss des Projekts zu kommen, muss der Wille, einen guten Abschluss zu machen, deutlich erkennbar sein.

Auch die Eltern werden gefordert und müssen ihre Bereitschaft für eine enge Begleitung deutlich machen. "Der Schüler verpflichtet sich, alles in seiner Macht stehende zu tun, diese Chance zu nutzen", erläutert der Koordinator. Während der Zeit werden die Schüler kontinuierlich von einem persönlichen Coach des IFBQ betreut.

"Der Erfolg gibt dem Konzept Recht", ist Jürgen Völker überzeugt. Schließlich hätten viele Schulabgänger sich so im Berufsleben beweisen können und während der Praxiszeiten ihren Arbeitgeber gefunden. Auch als Regionalschule wird das Konzept fortgeführt und noch weiter ausgebaut, verspricht Völker.