Ausstellung

Langbeinige Fabelwesen und brasilianische Lebensfreude

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Schwarzenbek (cus). Es ist ihre erste große Retrospektive: Tita do Rego Silva wurde in Brasilien geboren, lebt und arbeitet seit 20 Jahren in Hamburg und zeigt einen Querschnitt ihrer Werke jetzt im Schwarzenbeker Amtsrichterhaus.

Mehr als 80 Gäste waren zur Eröffnung der Ausstellung in das Fachwerkhaus am Körnerplatz gekommen, um langbeinige Fabelwesen, Tiermenschen und Naturgötter zu bestaunen, die in leuchtenden Farben auf Leinwand oder Papier gemalt und gedruckt, den einstigen Wohnsitz des Schwarzenbeker Amtsrichters in einen brasilianischen Karneval der Formen und Farben verwandeln.

"Ich verbinde in meinen Arbeiten die Geschichten und Mythen meiner Heimat mit modernen Ausdrucksformen", sagt die 49-jährige Künstlerin. Als letztes von sieben Kindern in Caxias im Nordosten Brasiliens geboren, kam sie früh mit dem südamerikanischen Katholizismus und den Traditionen der aus Afrika stammenden ehemaligen Sklaven in Kontakt. In Brasilia, der auf dem Reißbrett entstandenen Hauptstadt des Landes, studierte sie Touristik sowie Grafik und Kunstpädagogik. 1988 kam do Rego Silva mit einem Stipendium des Goethe-Instituts nach Hamburg - und blieb. In der "Koppel 66. Haus für Kunst und Handwerk", einer stillgelegten Maschinenfabrik im Stadtteil St. Georg hat sie ihr Atelier.

Im Rahmen des Amtsrichterhaus-Programms "ARS on Tour" können Interessierte die Künstlerin morgen um 14 Uhr dort besuchen. Anmeldungen nimmt der Vorsitzende des Freundeskreises Amtsrichterhaus, Klaus-Dieter Gottwald, unter (0 41 51) 31 66 entgegen. Neben Holz- und Linolschnitten, das bevorzugte Arbeitsmaterial der Künstlerin, wird sie den Besuchern auch Einblicke in ihre Buchillustrationen bieten.

Am Sonntag, 29. März, wird do Rego Silva dann im Rahmen des "Schwarzenbeker Salons" um 15 Uhr ihre für Kinder und Erwachsene gleichermaßen gestalteten Künstlerbücher im Amtsrichterhaus vorstellen. Ein Beispiel, das Bilderbuch "Uma fantasia para a terra" (auf deutsch: "Ein Kostüm für die Erde"), liegt im Obergeschoss des Hauses zur Ansicht aus. Das Buch aus dem Jahr 1990 erzählt auf kindgerechte Weise eine Allegorie auf die zunehmende Umweltzerstörung.

Noch bis zum 19. April sind mehr als 90 Arbeiten Hamburger Künstlerin am Körnerplatz 10 zu sehen. Die Ausstellung ist freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.