Innenstadtgestaltung

Bei der SPD wächst die Platz-Angst

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Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Bei den Sozialdemokraten wächst die Angst vor einer Verödung der Innenstadt, wenn sich CDU und FWS mit ihren Plänen eines zentralen Platzes durchsetzen.

Die Kehrtwende der CDU, die zunächst die Pläne von Investor Frank Kiefaber zum Umbau von Kaiserhof und Jugendtreff in eine Ladenpassage noch begrüßt hatte, kam für die SPD-Vorsitzende Josefin Francke überraschend: "Wir konnten mit der CDU nicht mal über das Projekt streiten, stattdessen fordert sie jetzt, einen großen Platz zu schaffen." Die Argumentation der Christdemokraten, die dafür die Thesen des Hamburger Professor Dr. Björn Bloching über das Wohnumfeld von Kreativen anführten (wir berichteten), hielt Francke zunächst für einen Scherz. Ganz offensichtlich, so die SPD-Politikerin, hätten die Christdemokraten den Professor, dem inzwischen eine Einladung aus Schwarzenbek vorliegt, nicht verstanden: "Würde er unsere Stadt kennen, würde er sicherlich empfehlen, erst einmal eine Innenstadt zu schaffen."

Kiefabers Projekt, der bereits am Bergedorfer Mohnhof und in der Hamburger Hafencity aktiv ist, sei hingegen eine Chance für die City. Verbunden durch einen Glasbau soll aus beiden Gebäuden eine Einkaufspassage mit drei bis vier Geschäften entstehen. In der SPD setzt man vor allem auf eine Sogwirkung, die auf die Innenstadt ausstrahlen soll. Francke: "Es ist der erste Investor, der neue Anbieter in die Stadt bringen will." Eine Konkurrenz, die von den Einzelhändlern ausdrücklich begrüßt wird. Schuhhändler Uwe Krützmann: "Wir liegen mit einem Kaufkraftindex von 103 kreisweit an der Spitze, doch die fließt bisher in andere Orte ab."

Die Vorsitzende der Wirtschaftlichen Vereinigung (WVS), Andrea Reinhold, war nach einem Gespräch mit Fraktionschef Hans-Joachim Delfs und CDU-Vertretern "entsetzt" über deren Pläne: "Herr Delfs hat uns gesagt, wir bräuchten keinen weiteren Einzelhandel. Das war für uns wie ein Schlag ins Gesicht", so die WVS-Vorsitzende.

Während WVS, Bürgerverein und Hausfrauenbund in den Geschäften Unterschriften gegen die CDU-Pläne sammeln, wollen die Sozialdemokraten heute auf dem Wochenmarkt mit Bürgern ins Gespräch kommen. Am Donnerstag, 12. März, soll es eine Podiumsdiskussion geben, am 19. März planen die Einzelhändler einen Protestmarsch durch die Innenstadt.

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"Wir haben erstmals seit vielen Jahren einen Investor mit einem konkreten Projekt für die Innenstadt" Josefin Francke, SPD

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