Stadtplanung

Gibt es bald die freie Sicht aufs Rathaus?

Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Es ist eine alte Forderung der Freien Wählergemeinschaft Schwarzenbek (FWS): Schon vor drei Jahren hatte sie sich für eine Umgestaltung des Ritter-Wulf-Platzes zur Stellfläche für Autos und den Abriss von Jugendtreff und Kaiserhof ausgesprochen, um in der Innenstadt einen großen Platz für Veranstaltungen zu schaffen und den Bereich Compestraße mit Rathaus und Sky-Markt auch sichtbar an die Innenstadt anzuschließen.

Zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am 27. März wollen die Freien Wähler einen entsprechenden Antrag vorlegen.

Doch es geht um mehr: Statt einzelner Projekte soll endlich ein Gesamtentwurf für die Entwicklung der Stadt her. "Die CDU hat fünf Jahre lang nur geblockt, dabei liegen doch zahlreiche Entwürfe bereits in den Schubladen der Verwaltung", fordert der Fraktionschef Eberhard Schröder eine Gesamtlösung - ohne Jugendtreff und Kaiserhof.

Dass sie damit einen Investor verprellen, nehmen Schröder und Co. in Kauf. "Wir haben den Kaiserhof damals überteuert gekauft, um Möglichkeiten in der Stadtplanung zu haben. Warum sollten wir die jetzt aus der Hand geben", sagt der FWS-Politiker, für den schon der Neubau der "neuen Marktschule" ein städtebaulicher Fehler war. Seine Empfehlung: "Wir sollten die künftige Freifläche mal auf uns wirken lassen und schauen, wie der neue große Platz von der Bevölkerung angenommen wird." Ein Neubau könne später immer noch errichtet werden.

Große Ladenflächen, so der FWS-Vorsitzende und Reisebüro-Inhaber Rudolf Neumann, seien bald ohnehin genügend vorhanden. Dabei spielt er auf den möglichen Umzug des Penny-Marktes von der Hamburger Straße in einen neu gestalteten Sky-Markt sowie das Postgebäude an der Schmiedestraße an, das die Post bereits verkauft hat (wir berichteten). Und auch durch bauliche Zusammenlegungen kleinerer Geschäfte in der Lauenburger Straße könnten größere Einheiten geschaffen werden. Durch eine Verlagerung der Wochenmärkte vom Ritter-Wulf-Platz, der dann als Parkplatz dienen könnte, auf den Markt, sei zudem eine Belebung der Innenstadt möglich, so Schröder.