Unternehmen

Fetteraner in Sorge um die Zukunft

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Eine ganz entscheidende Änderung gibt es allerdings schon für den größten Arbeitgeber im Kreis Herzogtum Lauenburg durch die Aufteilung in die drei Unternehmensteile Compacting, Werkzeugbau und Service: "Jeder Bereich wird für seine Ergebnisse verantwortlich sein", sagte Regina Bengel bei der Information am Montag.

Die Werkzeug-Gruppe solle sich künftig auf die "lukrativen Nischen" konzentrieren, so die Gesellschafterin.

Und genau damit schürte sie die Sorgen. "Bislang war es so, dass hier bei uns kein Personal abgebaut werden konnte, weil es dem Unternehmen insgesamt zu gut ging. Künftig wird das wohl anders aussehen, weil es drei eigenständige Gesellschaften gibt", so ein Mitarbeiter. Er sieht vor allem die Arbeitsplätze in der Werkzeugsparte in Gefahr. Dieser Teil laufe lange nicht so erfolgreich wie der Compacting-Bereich, der seine Kunden überwiegend in der pharmazeutischen Industrie hat.

Dr. Michael Heinrich, Geschäftsführer der neu aufgestellten LMT-Gruppe, zu auch Fette gehört, sprach ebenfalls zu den Mitarbeitern. "Wir erleben gerade eine schwere Rezession", sagte er. "Wir müssen massiv und nachhaltig Kosten sparen", so Heinrich. "Es wird niemanden geben, für den sich praktisch gar nichts ändert", berichtete der Geschäftsführer. Er sieht die LMT-Gruppe dadurch aber gut umstrukturiert.

"Focus 2010" heißt das Konzept, das den Schwerpunkt auf Kosten, Leistung und Stärken richten soll. Den Service-Bereich für die Leistungen im Hintergrund der Firmen will er in der Europastadt ansiedeln. "In Schwarzenbek schlägt künftig das operative Herz der Gruppe", erklärte Heinrich.

Drei Teams sollen bei Fette ab sofort die neuen Strukturen für Compacting, Werkzeug und Verwaltung erarbeiten, auch neue Führungskräfte wurden bereits berufen. Sie fangen in den kommenden Wochen mit ihrer Arbeit vor Ort an.

Firmenchefin Regine Bengel wollte sich gestern gegenüber unserer Zeitung nicht zu den Sorgen der Fetteraner äußern. Sie ließ lediglich über ihre Pressesprecherin Claudia Lichtwer ausrichten, dass das Unternehmen in Familienbesitz bleibe und keiner Sorge vor einem möglichen Weiterverkauf haben müsse. Was von der im Sommer 2008 vom ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Dieter Brucklacher abgegebenen Beschäftigungsgarantie bis 2020 bleibt, wird sich zeigen. Brucklacher hatte allerdings gegenüber der Gmünder Tagespost betont, dass die Neustrukturierung mit Neuregelungen der Erbschaftssteuer zu tun habe und nicht mit der aktuellen Wirtschaftskrise.

( (tja/sh) )