Porträt

Und dann streikte der Geldautomat . . .

Schwarzenbek (sh). In der Europastadt kennt Karina Griebel fast jeden Kunden der Raiffeisenbank eG Büchen-Crivitz-Hanow-Plate persönlich und umgekehrt ist es genauso.

Seit 1973 ist die 58-Jährige für das Kreditinstitut tätig, die meiste Zeit verbrachte sie in Schwarzenbek. Jetzt geht die Groverin in den Vorruhestand.

"Ich wechselte von der Sparkasse Holstein zur Raiffeisenbank. Wir waren gerade mit dem Umzug beschäftigt. Deshalb hatte ich nicht viel Zeit. Den Arbeitsvertrag habe ich direkt vor meinem Dienstantritt an einem Sonntagnachmittag bei dem damaligen Bankdirektor Siemann zu Hause in Müssen unterschrieben", berichtet sie.

Logischerweise hat sich in 35 Jahren sehr viel verändert. "Damals haben wir alles mit der Hand ausgerechnet. Sogar die Zinsen. Computer gab es nicht, nur die Buchungsmaschinen", berichtet die 58-Jährige. Aktien spielten ebenfalls im Schaltergeschäft keine Rolle, als Karina Griebel bei der Bank anfing. Wenn ein Kunde Geld anlegen wollte, vertraute er auf Bundesschatzbriefe mit festen Zinssätzen.

So sehr die Groverin die Bank auch vermissen wird, freut sie sich doch schon gewaltig auf die Zeit ohne Wecker. Statt des Dienstes hinter dem Banktresen stehen nun lange Spaziergänge, Fahrradtouren und Reisen durch Deutschland an.

Mit ein wenig Wehmut erinnert sie sich an die engen Kontakte mit den Kunden. "Mit vielen von ihnen bin ich zusammen alt geworden. Zahlreiche Konto-Inhaber kannte ich persönlich. Einer hat mich sogar mal am Sonntagmorgen am Frühstückstisch angerufen, weil der Geldautomat nicht funktionierte", erinnert sich die Ruheständlerin. Sie hat dann die Brötchen liegen lassen und dem Kunden das Geld bar ausgezahlt.