Schwarzenbeker Salon

Gitarrenkunst zum Auftakt der Saison

| Lesedauer: 2 Minuten

Schwarzenbek. Sein Gepäck ist relativ leicht - zwei Gitarren, eine klassische und eine spanische. Dazwischen ein kaum zu beschreibender Mikrokosmos der klanglichen Vielfalt. Damit bestreitet seit vielen Jahren der in Schwarzenbek lebende Konzertgitarrist Rüdiger Zieroth mit konstantem Erfolg die Gesprächskonzerte.

Als ehemaliger Schüler des spanischen Gitarrenvirtuosen Emilio Pujol wirkt Zieroth wie ein Botschafter der spanischen und lateinamerikanischen Kunst des Gitarrenspiels in Norddeutschland.

"Ich freue mich sehr, das erste Musikevent im Rahmen der Reihe 'Schwarzenbeker Salon' von Rüdiger Zieroth gestalten zu lassen", sagte zur Begrüßung die Amtsrichterhaus-Kustodin und Kulturwissenschaftlerin Meike Wenck.

Mit "La Romanesca", einer teils tänzerisch, teils melancholisch wirkenden Komposition der spanischen Renaissance, eröffnete Rüdiger Zieroth sein Nachmittagskonzert vor knapp 30 Zuhörern. "Es grenzt an ein Absurdum, in anderthalb Stunden eine etwa 500 Jahre währende Entwicklung der Gitarrenkunst nur annähernd wiederzugeben", sagte Zieroth und zupfte die Saiten der Klassik-Gitarre, der er die Klänge der Lautenmusik am königlichen Hof Englands aus der Zeit Elisabeths I. entlockte.

Grazil und voller Hingabe interpretierte der Gitarrist dann einige Werke des spanischen Organisten und Gitarristen Fernando Sor, darunter dessen konzertante Etüden. Einen mitreißenden "Kick" erhielt das kontrastreiche Programm durch den Einsatz der andalusischen Gitarre, auf der Rüdiger Zieroth seine Hände tanzen ließ. Und immer wieder sorgten die kurzen Geschichten für ein "neugieriges" Zuhören. Kurzum: Eine ausgesprochen gelungene Begegnung mit der Geschichte und Spielkunst rund um die Gitarre.

Nur kurz wurde es vor dem Amtstrichterhaus lauter als im Raum selbst: Mehrere auswärtige Besucher wollten die aktuelle Ausstellung "Expressive Sehnsucht" von Rudolf G. Bunk besichtigen. "Ich habe mich auf die im Internet angegebenen Öffnungszeiten verlassen, mich auf die Bunk-Kunst richtig gefreut. Und jetzt darf ich nicht rein, weil hier ein Konzert stattfindet", regte sich ein Besucher auf. Geschickt wusste Meike Wenck den Gast und seine Gattin zu beruhigen, bot ihnen eine Tasse Kaffee und die Möglichkeit an, die Ausstellung "partiell" zu besichtigen - erst in den Nebenräumen, während der Konzertpause im Saal.