Schützen

Der alte Oberst will nicht mehr

Stefan Huhndorf

Schwarzenbek. Es ist einer der traditionsreichsten Vereine in der Stadt, aber einfach haben es die Schießsportler der 1894 gegründeten Gilde wirklich nicht. Wie auch in anderen Vereinen aus der Umgebung, haben die Schützen vor zwei Jahren keinen König gefunden, im vergangenen Jahr haben sie ihr Fest mehr oder weniger im eigenen Kreis praktisch ohne Gäste aus der Stadt und ohne Jahrmarkt gefeiert.

Die Schießsportler der Stadt müssen am Sonnabend einen neuen Vorsitzenden wählen.

Und nun will auch der Vorsitzende, Peter Scheerer, nicht mehr kandidieren, so dass die Schützen auf der Jahresversammlung am kommenden Sonnabend einen Nachfolger finden müssen.

Scheerer hat den derzeit noch 120 Mitgliedern seinen Rückzug von dem Amt schon vor längerer Zeit mitgeteilt. "Ich bin mit Unterbrechungen seit 1976 im Verein und habe immer Ämter ausgeübt. Zuletzt war ich drei Jahre Vorsitzender. Jetzt reicht es, ich möchte mich zurücklehnen", sagt der Oberst. Der 70-Jährige wird dem Verein weiterhin angehören und seinem Nachfolger auch beratend zur Seite stehen, steht aber auf keinen Fall für eine weitere Amtszeit zur Verfügung, bekräftigte Scheerer gestern gegenüber unserer Zeitung.

Als möglicher Nachfolger ist der Schwarzenbeker Wilfried Schütte im Gespräch.

Wer auch immer das Amt übernimmt, tritt ein schweres Erbe an; denn es wird immer schwerer Mitglieder in der besonders aktiven Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen zu finden. Schossen früher noch mehr als 200 Schützen auf die Scheiben, so ist die Zahl der Schießsportler auf derzeit 120 gesunken.

"Dabei verfügen wir über modernste technische Einrichtungen, die unsere Anlage für Sportler interessant macht. Wir haben allein 20 Luftgewehr- und acht Kleinkaliberstände. Deshalb waren wir früher auch Leistungszentrum des Kreises. Wer kann das schon bieten", sagt Scheerer. Trotzdem fehlt es an Nachwuchs, denn der Schießsport muss mit so attraktiven Sportarten wie Fußball, Handball und Tischtennis konkurrieren - allesamt sehr gefragte Angeboten in der Europastadt.

Die Versammlung der Schützen beginnt am Sonnabend um 19 Uhr in Schröders Hotel.